Der Rote Löwe, die Trinosophie und St. Germain (ein Vorwort)

September 11th, 2006

Von Maria Szepes

Trinosophie, Kapitel 1Trinosophie, Vignette zu Kapitel 1

St. Germain ist Anfang 1940 in der „Arche Noa“ in Leányfalu – unserem Asyl während des Krieges – in meinem Leben auf mystische Weise erschienen. Es war so, wie sein ganzes Leben war: eine schier unerschöpfliche Quelle von Legenden und Wundern.

Er ist einfach erschienen, wie ein für einige Momente eingeblendeter göttlicher Geist. In seiner körperlichen Manifestation habe ich ihn nicht gesehen, aber eine sehr reale, beweiskräftige Tatsache ist nach ihm zurückgeblieben. Seine unsterbliche Kraft, seine Ausstrahlung, breitete sich in mir aus, und in meiner Seele und in meinem Geist wurde sie zu einem Lichtkokon eines alchemistischen Tiegels – auch wenn das noch so bizarr klingt. Ich war aufgeschreckt, glücklich und verwirrt. Ich dachte von dem, was mit mir geschah, nichts verstanden zu haben.

Auf Erden tobte der Krieg. Das Gewicht der Teppichbombardements rollte über schutzlose Heime. Todesschreie, staccatoartiges Heulen der Alarmsirenen zerrissen die sich duckende Stille der Nächte.

Trinosophie, Kapitel 1Trinosophie, Grafik zu Kapitel 1

In dieser Zeit stand ich in Flammen, auf einem glühenden, funkelnden Scheiterhaufen, gefesselt von dem wilden Wahn meines Buches, des ROTEN LÖWEN. Ich war 29 Jahre alt. Es war unmittelbar nach dem Tod unseres kleinen Sohnes. Wie der besessene Narr des Taro (*), im Zwang der Trauer, der Spannungen der Umstände und meiner aufgestauten Schöpferkraft stürzte ich mich in das Thema der Alchemie.

Jemand hatte mir anonym St. Germains Trinosophie auf Ungarisch übersetzt zugeschickt. Auf welche Art und Weise weiß ich nicht. Denn seit Monaten gab es keine zuverlässige Post. Das Manuskript lag auf dem Tisch der Terrasse. Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Es war in meiner Hand. Mit seinen merkwürdigen Illustrationen, und ich verschlang die Buchstaben wie eine Verhungernde. Ich versuchte seine Symbolik mit einer intensiven Konzentration zu interpretieren, die das Alltägliche um das Tausendfache übertraf.

Hinter den protestierenden Blitzen des Ratio habe ich diese unmögliche und doch schneidend wahre Wirklichkeit als eine wache Realität erlebt. Warum sollte diese befruchtende himmlische Botschaft nicht erscheinen, während ich mit diesem feurig explodierenden Thema rang? Warum sollte St. Germain, der Mann der nie stirbt, sie mir nicht zukommen lassen?

Ich weiß, dass die Trinosophie, zu der ich jetzt in meinem 95. Jahr und im vierten Jahr des 21. Jahrhunderts das Vorwort schreibe, das wahre geistige Asylum der spirituellen Einweihungen der reinen Esoterik ist. Ich weiß, dass die Probleme unseres kleinen blauen Planeten auf dem Siedepunkt glühen. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Darum ist dieses Thema so dringend geworden. Die Medizin für die Menschen kann man nur aus ihren Problemen mit individuellen Methoden extrahieren. Vergeblich drückt man ihnen das Rezept der Heilung in die Hand – und es gibt so viele Rezepte wie Menschen. Das Rezept muss man einlösen und die Vorschriften einhalten. Ohne dem wirkt es lediglich so, als ob wir einem gerade verdurstenden Menschen mit einem Schluck Wasser tränken würden. Alle Heilungswerke verlangen grandiose Anstrengungen und Geduld mit der Hilfe des inneren Arztes. Nur so kann der Mensch die Gesundheit seines göttlichen Wesens zurückgewinnen.

Unsere Erde wird durch den Menschen zerstört. Er kreiert seine eigene Hölle und nur er allein kann die tödlich lügnerischen Geschwüre der Chimäre seines Wesens beenden.

Jetzt, mit 95 Jahren, habe ich von einem begeisterten Leser die deutsche Übersetzung von St. Germains Trinosophie bekommen. Er bittet um mein Einverständnis, dass gewisse Teile meines Romans „DER ROTE LÖWE“ zitieren zu dürfen. Selbstverständlich sage ich JA dazu, um so mehr, weil vor kurzer Zeit ein Nahtoderlebnis mit zuteil geworden ist. Gerade jetzt, halb blind, höre ich von Tonband die Teile aus dem ROTEN LÖWEN, die St. Germain betreffen. Diese Aufnahme wurde mir von einer wunderbaren Organisation – der Hörbuch-Bibliothek für Sehbehinderte – geschenkt. In wenigen Tagen bekomme ich Besuch von englischen und amerikanischen „Besessenen“ dieser Thematik. Sie möchten mit meiner Hilfe ein Drehbuch schreiben. Diese „Zufälle“ sind organischer Bestandteil der Reihe St. Germain’scher Wunder.

maria_charon_privat.jpgMaria Szepes und ihr Bruder Charon in mittleren Jahren
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Maria Szepes)

Seit meinem Nahtoderlebnis sehe und höre ich mit einer tiefen Sinneswahrnehmung. Voller Hoffnung glaube und weiß ich, dass dieses Buch, die Trinosophie, im rechten Moment unseren Planeten erreicht hat. Eine gute Nachricht für alle, die nach Heilung suchen. Unseren schwerstens traumatisierten Stern muss man aus diesen Kataklysmen retten, weil die Erde Erfahrungen beinhaltet, die für die Expedition des Universellen Lichtes nirgendwo sonst erreichbar sind. Ich glaube und weiß, dass alle dieses Buch bekommen, die würdig sind, weil sie sich daran erinnern, was sie schon einmal gewusst haben.

Das Dasein des sterblichen Menschen ist in Wirklichkeit eine anfang- und endlose Pilgerreise bis zur Ankunft bei seinem GÖTTLICHEN SELBST über der Zeit.

Budapest, 15. März 2004

Ihre ewige Mitreisende
Maria Szepes

(aus dem Ungarischen: Kristof Eördögh)

(*) Statt TARO steht im Originaltext der Begriff TAO. Das ist offensichtlich ein Versehen. (Redaktion)

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La Très Sainte Trinosophie - Erstes Kapitel (Einleitender Brief)

September 13th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

TrinosophieLa Très Sainte Trinosophie,
Deckblatt/Cover

Diese Zeilen schreibt dir dein Freund nieder, hier in den Verließen für Kriminelle, im Kerker der Inquisition. Mögen sie dir immer als Wegweiser dienen. Wenn ich mir vergegenwärtige, welch unschätzbaren Nutzen dir dieses Dokument der Freundschaft erbringen wird, dann scheinen selbst die Schrecken einer langen und kaum verdienten Gefangenschaft zu verblassen…

Die Vorstellung bereitet mir außerordentliche Freude, dass ein Sklave - obwohl von Wächtern umringt und durch Ketten gebunden - dennoch in der Lage sein kann, seinen Freund selbst über jene Mächtigen erheben zu können, die auch die Herren dieses Verbannungsortes sind.

Mein lieber Philochale, du schickst dich gerade an, in das Heiligtum der erhabensten Wissenschaft vorzudringen. Meine Hand wird dir hiermit den Schleier heben, der jenes Tabernakel verbirgt und für das Auge des gewöhnlichen Menschen undurchdringlich ist.

Dieses Tabernakel ist ein Heiligtum, in dem der EWIGE die Geheimnisse der Natur aufbewahrt, und zwar für jene ganz Wenigen, Auserwählten, damit sie SEHEND werden, sich zu Ihm und seinem Ruhm emporschwingen mögen, um schließlich aus der Strahlenfülle, die seinen goldenen Thron umgibt, einen erhellenden Strahl auf die leidende Menschheit lenken zu können.

Sollte sich für dich das Beispiel Deines Freundes als eine heilsame Lektion erweisen, dann will ich die langen Jahre der Drangsal lobpreisen, die mich dieses Verruchten haben erleiden lassen.

Es werden sich dir fortwährend zwei gleichermaßen gefährliche Stolpersteine in den Weg legen. Der eine würde den unantastbaren Rechten des Individuums Gewalt antun; gemeint ist der Missbrauch der dir von Gott verliehenen Kräfte. Der andere würde dich unmittelbar selbst in den Ruin führen; gemeint ist ein Mangel an Verschwiegenheit…

Diese beiden wurden von derselben Mutter hervorgebracht; beide verdanken ihr Dasein der gleichen Ursache - nämlich der Neigung zum Hochmut. Genährt werden sie von den Charakterschwächen des Menschen. Sie selbst aber sind blind, ihre Mutter ist es, die sie führt und lenkt. Mit ihrer Hilfe gelingt es den beiden Ungeheuern, ihren verdorbenen Atem selbst in die Herzen jener einzuhauchen, die zu den Auserwählten des Herrn gehören.

Wehe dem, der die Geschenke des Himmels missbraucht und in den Dienst seiner Leidenschaft stellt. Die Hand des Allmächtigen, dem ja auch die Elemente untertan sind, würde ihn zerbrechen wie trockenes Stroh. Ewige Qualen wären kaum angemessen, um ein solches Verbrechen zu sühnen. Der Anblick der Tränen, die der so Gestrafte dann vergießt, würde jene infernalischen Geister, die er einst mit seiner drohenden Stimme in ihrem grimmigen Inneren hat erzittern lassen, zufrieden lächeln lassen.

Doch du, Philochale, du bist es nicht, für den ich dieses grässliche Bild entwerfe. Der wahre Freund der Menschheit wird niemals zu deren Peiniger…

Für dich, mein Sohn, fürchte ich eher einen anderen Abgrund - einen Mangel an Verschwiegenheit, das unwiderstehliche Verlangen, Aufsehen und Bewunderung zu erregen. Die Bestrafung jenes unbesonnenen Dieners, der profanen Augen einen Blick in das geheimnisvolle Heiligtum gestattet, hat Gott den Menschen selbst überlassen.

Oh Philochale, möge mein Kummer in deinem Geist immer gegenwärtig sein. Auch ich kannte glückliche Tage, an denen ich mit den Segnungen des Himmels überschüttet wurde und von Kräften umgeben war, die jenseits menschlichen Fassungsvermögens liegen. Ich war Herr über jene Wesenheiten der Natur, die diese Welt am Laufen halten. Zufrieden mit dem, was ich selbst hervorgebracht hatte, genoss ich im Schoße einer angesehenen Familie jene Glückseligkeit, die der Ewige seinen geliebten Kindern rechtmäßig zukommen lässt. Ein einziger Augenblick genügte - und alles war zerstört. Ich hatte geredet. Alles löste sich auf wie eine Wolke am Himmel. Oh mein Sohn, folge ja nicht meinen Fußstapfen… Lass ja nicht prahlerisches Begehren dich verleiten, vor deinen Mitmenschen glänzen zu wollen, damit nicht auch du dieses Unglück auf dich herabziehst…

Denke an mich, deinen Freund, der dir mit einem von der Folter geschundenen Körper aus diesen Verließen schreibt. Merke dir gut, Philochale, dass die Hand, die diese Zeilen niederschreibt, die Wundmale niederhaltender Ketten trägt. Gott hat mich gestraft.

Was habe ich nur angerichtet, dass mich die grausamen Menschen verfolgen? Welches Recht haben sie, den Diener der Ewigkeit zu verhören? Sie fragen nach Beweisen für meine Mission. Meine Zeugen sind die gewirkten Wunder. Mein Verteidiger ist mir die eigene Tugendhaftigkeit - ein sauberes Leben und ein reines Herz. Aber was rede ich. Habe ich überhaupt das Recht zu klagen? Ich habe geredet und der Herr hat mich erst aller Stärken und Kräfte beraubt, um mich dann den gierigen Hyänen des Fanatismus zu überlassen. Der Arm, der einst eine Armee niederzuwerfen vermochte, kann heute kaum die Ketten heben, die ihn niederdrücken.

Aber ich schweife ab. Ich sollte der ewigen Gerechtigkeit danken … Der rächende Gott hat Sein reumütiges Kind begnadigt. Ein ätherisches Geistwesen hat mich aufgesucht, ist durch die Mauern, die mich von der Welt trennen, in mein Verließ eingetreten. Er hat sich mir lichtstrahlend zu erkennen gegeben und die verbleibende Dauer meiner Gefangenschaft kundgetan. Keine zwei Jahre mehr und mein Leiden wird ein Ende finden. Wenn dann meine Peiniger die Zelle betreten werden, wird diese leer sein. Schon bald von den vier Elementen geläutert, werde ich rein wie ein Feuergeist wieder den glorreichen Platz einnehmen, zu welchem mich einst die Himmlische Güte erhoben hat.

Aber wie fern das noch ist. Wie lange können zwei Jahre werden, wenn diese leidend und erniedrigend zu verbringen sind? So sind meine Unterdrücker noch nicht zufrieden damit, mich der schrecklichsten Pein auszusetzen. Sie haben mir noch wirksamere, noch abstoßendere Folterqualen auferlegt. Sie haben mir einen üblen Ruf angehangen, haben meinen Namen zu einem Ausdruck des Abscheus werden lassen.

Die Menschenkinder weichen mit Entsetzen zurück, wenn sie versehentlich meinen Kerkermauern zu nahe kommen. Sie fürchten, dass aus dem schmalen Spalt, durch den nur spärlich Licht in die Zelle einzudringen vermag, tödlich giftige Dämpfe entweichen könnten. Das, oh Philochale, ist der grausamste aller Schläge, den sie mir versetzen konnten.

Ich bin mir nicht sicher, ob es mir gelingen wird, dir dieses Dokument zukommen zu lassen … Die Schwierigkeiten, es aus dieser Folterhölle herauszubringen, werde ich an denen messen müssen, die es bei der Niederschrift zu überwinden galt. Aller Hilfen beraubt, musste ich mir die erforderlichen Mittel notdürftig zusammenbasteln. Die Flamme meiner Laterne, einige Münzen und ein paar Reste chemischer Substanzen, die den prüfenden Blicken meiner Peiniger entgangen waren, haben jene Farben erbracht, die das Ergebnis der Freizeitbeschäftigung eines Gefangen zieren.

Trinosophie EinleitungTrinosophie, Grafik 13 (Auszug)

Nutze und behüte gut die Weisungen deines unglücklichen Freundes! Sie sind so eindeutig, dass es gefährlich wäre, würden sie in andere Hände als die deinen fallen … Sei dir immer bewusst, dass alles nur dazu bestimmt ist, dir dienlich zu sein … eine unklare Zeile, ein fehlender Buchstabe würden genügen, dich daran zu hindern den Schleier zu heben, den der Schöpfer über das Antlitz der Sphinx gezogen hat.

Adieu, Philochale! Trauere nicht um mich. Die Gerechtigkeit des Ewigen wird noch von seiner Gnade übertroffen. Auf der ersten geheimen Versammlung wirst du deinen Freund wiedersehen. Ich grüße dich im Namen Gottes. Bald werde ich meinem Bruder den Friedenskuss geben können. ∆

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La Très Sainte Trinosophie - Zweites Kapitel

September 15th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Grafik 1

Es war Nacht. Von dunklen Wolken verhangen warf der Mond nur ein spärliches Licht auf die Lavaklippen, von denen die Solfatare (*) umschlossen wurde. Ein langer Schleier umhüllte meinen Kopf. Die Hände hielten den goldenen Zweig. Ohne Furcht wandte ich mich jenem Ort zu, an dem mir geheißen wurde, die Nacht zu verbringen.

Ich tastete mich über heißen Sand vorwärts und bemerkte, wie dieser nach jedem Schritt unter meinen Füßen nachgab. Über mir zogen sich die Wolken zusammen. Blitze zuckten durch die Nacht und verliehen den Flammen des Vulkans eine blutähnliche Erscheinung. Schließlich war ich am Ziel, fand vor mir einen eisernen Altar, auf dem ich - wie befohlen - den goldenen Zweig niederlegte …

Trinosophie Start-Vignette Kapitel 1La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 2 - Anfang (verkleinert)

Unmittelbar darauf begann die Erde unter mir zu erzittern, zugleich dröhnten Donner von oben herab … Der Vesuv gab den sich wiederholenden Erschütterungen sein Brüllen zur Antwort, seine Lava-Feuer vereinten sich mit den Feuern der herab fahrenden Blitze … Der Chor der Genien erhob sich zum Himmel und ließ die Echos seiner Lobpreisungen des Schöpfers wiederklingen …

Plötzlich ging der geweihte Zweig, den ich zuvor auf den dreieckigen Altar gelegt hatte, in Flammen auf. Dicker Rauch hüllte mich ein, raubte mir jede Sicht. Umfangen von Dunkelheit hatte ich das Empfinden, in eine bodenlose Tiefe zu versinken. Ich weiß nicht, wie lange dieser Zustand andauerte. Als aber die Augen wieder sehen konnten, hielt ich vergebens nach den Dingen Ausschau, die mich soeben noch umgaben. Altar, Vesuv und die Landschaft von Neapel waren meinen Blicken entschwunden. Ich befand mich in einer ausgedehnten Höhle, allein, weit entfernt von der Welt …

In meiner Nähe lag eine lange weiße Robe. Das fein gewebte Material schien aus Leinen zu bestehen. Auf einem granitenen Felsbrocken war eine Art schwarze Tischplatte befestigt. Sie war ganz mit griechischen Worten übersät, die mir den weiteren Weg bezeichneten, dem ich zu folgen hatte. Auf der Platte stand zudem eine Kupferlampe, die ich an mich nahm.

Nachdem ich die weiße Robe übergestreift hatte, betrat ich einen engen Gang, dessen Wände mit schwarzem Marmor ausgekleidet waren … Die Länge des Durchgangs betrug drei Meilen. In dem stillen Gewölbe hallten meine Schritte furchtsam wieder. Schließlich gelangte ich an eine Tür, die sich einer Flucht von Stufen öffnete und die ich herabstieg. Nach einer längeren Wanderung, vermeinte ich vor mir ein wanderndes Licht zu erkennen. Ich schirmte meine Lampe ab und schaute angestrengt zu der von mir entdeckten Erscheinung hin. Sie löste sich auf und verschwand wie ein Schatten.

Ohne das Vergangene zu verurteilen, ohne Zukünftiges zu fürchten ging ich einfach weiter voran. Der Weg wurde zunehmend schwieriger … zog sich ständig zwischen engen Durchgängen hin, die von schwarzen Steinblöcken gebildet wurden … Ich wagte nicht mir auszurechnen, wie lange meine unterirdische Reise schon dauern würde. Schließlich aber, nach einem langen, langen Marsch, kam ich in einer viereckigen Kammer an. In der Mitte jeder der vier Seiten öffnete sich eine Tür von jeweils unterschiedlicher Farbe. Jede der Türen war zudem an einem der Kardinalpunkte positioniert.

Ich war durch die nördliche - schwarze - Tür eingetreten. Die gegenüber liegende war rot. Die nach Osten weisende Tür war von blauer, die ihr gegenüber liegende von blendend weißer Farbe … In der Mitte der Kammer befand sich ein quadratischer Block auf dem ein leuchtender Kristallstern ruhte.

An der Nordseite hing ein Gemälde, das eine bis zur Hüfte nackte Frau zeigte. Ein schwarzes Tuch fiel ihr über die Knie, das von zwei Silberbändern geziert wurde. In der Hand hielt sie eine Rute, die sie gegen die Stirn eines Mannes richtet, der sie über einen Tisch hinweg ansah. Der Tisch, auf dem sich ein Kelch und eine Speerspitze befanden, wurde von nur einem einzelnen Fuß gestützt. Eine Flamme schoss plötzlich von unten hervor und schien sich gegen den Mann zu richten. Eine Inschrift erläuterte die auf dem Bild dargestellte Szenerie. Eine weitere Inschrift instruierte mich, was zu unternehmen war, um die Kammer verlassen zu können.

Trinosophie Ende-Vignette Kapitel 2La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 2 - Ende (verkleinert)

Nachdem ich eine Weile über das Gemälde und den Kristallstern nachgesonnen hatte, schickte ich mich an, die rote Tür zu passieren. Da begann sie sich mit schrecklichem Gekreisch in den Angeln zu bewegen und schlug vor mir ins Schloss. Ich wandte mich daraufhin der himmelblauen Tür zu. Diese fiel zwar nicht zu, dafür veranlasste mich ein plötzliches Geräusch, den Kopf in Richtung des Kristallsterns zu wenden. Ich sah, wie dieser flackernd von seinem Platz abgehoben war, sich im Kreis drehte und schließlich geschwind durch die offene weiße Tür hindurch schoss. Ohne Zaudern folgte ich ihm. ∆

(*) Solfatare (ital.) = Schwefelquelle


Grafik zu Kapitel 2

Trinosophie Grafik 1

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La Très Sainte Trinosophie - Drittes Kapitel

September 16th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Grafik 2

Starker Wind erhob sich und ich hatte Schwierigkeiten, meine Lampe am Brennen zu halten. Schließlich erblickte ich eine weiße Marmorplattform, zu der ich über neun Stufen aufwärts stieg. Auf der letzten Stufe angekommen, sah ich vor mir ein weit ausgedehntes Gewässer. Rechterhand war ungestümes Tosen reißender Ströme zu vernehmen.

Zur Linken fiel ein kalter Regen vermischt mit Unmengen von Hagelkörnern hernieder. Ich war gerade dabei mich in den Anblick dieser majestätischen Szene zu vertiefen, als der Stern, der mich zur Plattform geleitet hatte und dann sanft über mir vibrierte, unversehens in den Strom stürzte.

Trinosophie Start-Vignette Kapitel 3La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 3 - Anfang
(verkleinert)

Im festen Glauben, dass es sich dabei um den Fingerzeig des Einen Höchsten handeln würde, stürzte ich mich selbst mitten in die Fluten. Eine unsichtbare Hand ergriff meine Lampe und stellte sie mir auf den Scheitel. Ich kämpfte mühsam gegen schäumende Wellen an, bemüht, das irgendwo vor mir liegende andere Ufer zu erreichen.

Schließlich nahm ich am Horizont ein schwaches Schimmern wahr, dem ich sofort mit verstärkter Anstrengung entgegen eilte. Schweiß strömte über mein Gesicht und ich verausgabte mich in nutzlosen Bemühungen. Die Küste, die ich kaum auszumachen vermochte, schien in dem Maße zurückzuweichen, wie ich vorankam. Meine Kraft ließ allmählich nach. Ich hatte keine Angst zu sterben sondern davor, dass ich ohne Erleuchtung zu Tode kommen könnte …

Mich begann der Mut zu verlassen und ich richtete mein tränenüberströmtes Antlitz zum Himmel und schrie laut heraus: „INDICA MEUM ET REDIME ME, PROPTER ELOQUIUM TUUM VIVIFICA ME.“ (Verkünde mir mein Schicksal und erlöse mich. Dein Wort erfülle mich mit Leben.)

Ich war kaum imstande meine müden Glieder zu bewegen und begann allmählich immer tiefer zu sinken, als ich in unmittelbarer Nähe ein Boot erblickte, das von einem wohlhabend gekleideten Mann gesteuert wurde. Mir fiel auf, dass der Bug jener Küste zugewandt war, die ich verlassen hatte.

Der Mächtige lenkte das Boot näher zu mir heran. Auf seiner Stirn leuchtete eine goldene Krone. „VADE ME CUM,“ sprach er zu mir, „MECUM PRINCIPIUM IN TERRIS, INSTRUAM TE IN VIA HAC QUA GRADUERIS.“ (Folge mir, der ich der Vornehmste der Welt bin. Ich werde Dir den Weg zeigen, dem du folgen musst.) Auf der Stelle gab ich ihm zur Antwort: „BONUM EST SPERARE IN DOMINO QUAM CONSIDERE IN PRINCIPIBUS.“ (Es ist besser dem HERRN zu vertrauen, als unter den Mächtigen zu weilen.) Daraufhin ging das Boot unter und mit ihm der Monarch.

Neue Energie schien durch meine Adern zu strömen und ich langte am Ziel meines Strebens an, fand mich an einem mit grünem Sand bedeckten Ufer wieder. Vor mir befand sich eine silberfarbene Mauer, in der zwei Paneele aus rotem Marmor eingelassen waren. Beim Näherkommen bemerke ich auf einem der Paneele eine heilige Inschrift, während das andere griechische Buchstaben trug.

Trinosophie Start-Vignette Kapitel 3La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 3 - Ende (verkleinert)

Zwischen den beiden Tafeln befand sich ein eiserner Kreis. Zwei Löwen, ein roter und ein schwarzer, ruhten auf Wolken und schienen eine über ihnen schwebende Krone zu bewachen. In der Nähe des Kreises waren zudem ein Bogen und zwei Pfeile zu erkennen. Auf den Flanken eines der Löwen nahm ich unterschiedliche Schriftzeichen wahr.

Kaum hatte ich diese Symbole näher betrachtet, als sie zusammen mit der Mauer auf welcher sie sich befanden, verschwanden. ∆


Grafik zu Kapitel 3

Trinosophie Grafik 2

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La Très Sainte Trinosophie - Viertes Kapitel

September 19th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Kapitel 4

An deren Stelle zeigte sich meinen Blicken ein See aus Feuer. Schwefel und Teer rollten in flammen Wogen. Ich zitterte. Eine laute Stimme befahl mir, durch die Flammen hindurchzugehen. Ich gehorchte und es schien, als ob die Flammen dadurch an Kraft verlieren würden. Lange Zeit bewegte ich mich inmitten der Feuersbrunst, bis ich an eine kreisrunde Stelle gelangte, wo ich den Anblick des faszinierenden Schauspiels um mich herum genoss, den mir die himmlische Gnade zuteil werden ließ.

Trinosophie Kapitel 4La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 4 - Anfang (verkleinert)

Vierzig Feuersäulen schmückten jene Halle, in der ich mich daraufhin plötzlich wiederfand. Die eine Seite der Säulen leuchtet jeweils mit einem weißen und lebendigen Feuer, während die Rückseite jeweils wirkte, als ob sie sich in einem Schatten befinden würde - eine schwärzliche Flamme umhüllte sie. In der Mitte dieses Ortes stand ein Altar in Form einer Schlange. Die rautenförmigen Schuppen des Reptils zierte ein grünliches Gold, in dem sich die umgebenden Flammen spiegelten. Ihre Augen glichen Rubinen. Nahe der Schlange befand sich eine silberfarbene Inschrift und ein wertvolles in den Boden gerammtes Schwert.

Auf dem Kopf der Schlange ruhte ein Kelch … Ich vernahm den Chor der himmlischen Geister und eine Stimme sprach zu mir: „Das Ende Deiner Mühen ist nahe. Nimm das Schwert und strecke die Schlange nieder.“

Ich zog das Schwert aus der Scheide und näherte mich dem Altar. Während ich mit einer Hand den Kelch ergriff, ließ ich mit der anderen einen fürchterlichen Hieb auf das Genick der Schlange niedersausen. Das Schwert prallte zurück und das Echo des Schlages hallte wieder, als ob ich eine Messingglocke getroffen hätte.

Trinosophie Kapitel 4La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 4 - Ende (verkleinert)

Kaum hatte ich also der Stimme gehorcht, als der Altar verschwand und die Säulen sich im grenzenlosen Raum in Nichts auflösten. Der Klang, den ich durch den Schlag auf den Altar ausgelöst hatte, hallte nach, als ob es tausend Hiebe zur gleichen Zeit gewesen wären.

Eine Hand ergriff mich bei den Haaren und hob mich an die Decke des Gewölbes, das sich öffnete, um mich hindurchzulassen. Trübe schattige Phantome tauchten vor mir auf - Hydras, Lamias und Schlangen umgaben mich. Der Anblick des Schwertes in meiner Hand vertrieb das ekelhafte Gesindel jedoch, so wie der erste Lichtstrahl am Morgen die Traumgespinste der Nacht verscheucht. Nachdem ich geradewegs die unterschiedlichen Schichten, die das Gemäuer dieser Erde bilden, passiert hatte, sah ich endlich wieder das Tageslicht. ∆


Grafik zu Kapitel 4

Trinosophie Kapitel 4

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La Très Sainte Trinosophie - Fünftes Kapitel

September 24th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Kapitel 5

Kaum hatte ich wieder die Erdoberfläche erreicht, als mein unsichtbarer Führer mich noch rasanter voranbrachte. Die Geschwindigkeit, mit der wir durch den Raum eilten war schier unvorstellbar und das flache Land unter mir war blitzartig meinen Blicken entschwunden. Mit Verwunderung registrierte ich, an einer Stelle aus dem Erdinneren aufgetaucht zu sein, die fernab der Landschaft von Neapel liegen musste.

Trinosophie Kapitel 5La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 5 - Anfang (verkleinert)

Das einzige was sich meinen Augen darbot, war eine weite Wüstenfläche und einige dreieckige Gebilde. Ungeachtet der soeben überstandenen Prüfungen stürzten bald neue Schrecknisse auf mich ein. Die Erde schien mit einem mal nichts als eine diffuse Wolke zu sein. Ich war inzwischen auf eine ungeheuerliche Höhe gehievt worden, als mein Führer mich los ließ und ich erneut hinab stürzte. Für einige Zeit rollte ich kopfüber durch den Raum. Vor meinen verwirrten Augen zeigten sich bereits wieder die Konturen der Erdoberfläche …

Es ließ sich ungefähr auszurechnen, wie viele Minuten verstreichen müssten, bis ich auf den Felsen aufschlagen würde. Aber blitzschnell wie ein Gedanke flog mein Führer mir zur Seite, packte mich, ließ mich erneut fallen, um schließlich zusammen mit mir schier unermesslichen Fernen zuzustreben. Um mich herum erblickte ich rotierende Globen und zu meinen Füßen zogen Erdkugeln ihre Bahn.

Plötzlich berührte mein Schutzgeist meine Augen und ich verlor das Bewusstsein. Ich weiß nicht, wie lange ich in diesem Zustand verweilte. Als ich erwachte, fand ich mich auf einem üppigen Polster gebettet. Die Luft, die ich einsog, war gesättigt von Blütenduft … Eine mit goldenen Sternen übersäte blaue Robe hatte mein weißes Leinengewand ersetzt. Mir gegenüber stand ein gelber Altar, aus dem eine reine Flamme emporstieg, die von nichts anderem gespeist wurde, als dem Altar selbst.

Trinosophie Kapitel 5La Très Sainte Trinosophie
Kapitel 5 - Ende (verkleinert)

Auf dem Sockel des Altars waren schwarze Buchstaben eingraviert. Neben dem Altar stand eine sonnengleich leuchtende Fak- kel. Über der Fackel schwebte ein Vogel, mit schwarzen Füßen, einem silbernen Körper, einem roten Kopf, schwarzen Schwingen und einem goldenen Genick. Er befand sich in ständiger Bewegung ohne auch nur einmal seine Flügel benutzen zu müssen. Allerdings konnte er sich nur inmitten der Flamme am Schweben halten. In seinem Schnabel hielt er einen grünen Zweig.

Der Name dieses Zweiges lautet
Trinosophie Kapitel 5

Der Name des Altars lautet
Trinosophie Kapitel 5

Altar, Vogel und Fackel sind das Symbol aller Dinge. Nichts kann vollbracht werden ohne sie. Sie sind all das, was groß und erhaben ist.

Der Name der Fackel lautet
Trinosophie Kapitel 5

Diese Embleme waren von vier Inschriften umringt. ∆


Grafik zu Kapitel 5

Trinosophie Kapitel 5

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La Très Sainte Trinosophie - Sechstes Kapitel

Oktober 5th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Kapitel 6

Ich lenkte meine Schritte seitwärts und bemerkte einen ausgedehnten pyramidenförmigen Palastbau, dessen Fundament auf Wolken ruhte und dessen Gemäuer aus Marmor bestand. Vier Säulenreihen erhoben sich eine über der anderen. Eine goldene Kugel krönte den Bau. Die Säulen der ersten Reihe waren von weißer, die der zweiten von schwarzer und die der dritten von grüner Farbe. Die Säulen der vierten Reihe waren von leuchtendem Rot.

(Eröffnungs-Vignette Kapitel 6:)Trinosophie Kapitel 6

Nachdem ich dieses Werk eines unsterblichen Künstlers bewundert hatte, wollte ich mich erneut jenem Altar mit dem Vogel und der Fackel zuwenden, denn es reizte mich, diese näher zu untersuchen. Doch sie waren plötzlich verschwunden und während ich mit den Augen nach ihnen suchte öffneten sich die Tore des Palastes.

Ein ehrwürdiger alter Mann kam heraus. Er trug das gleiche Gewand wie ich, außer, dass auf seiner Brust eine goldenen Sonne strahlte. Seine rechte Hand hielt einen grünen Zweig, die linke ein Weihrauchfass. Um den Hals trug er eine hölzerne Kette und sein schlohweißes Haar wurde von einer spitz zulaufenden Tiara, ähnlich der des Zoroaster, umhüllt.

Mit einem gütigen Lächeln auf den Lippen kam er auf mich zu. „Gott zum Gruße“ sprach er mich auf Persisch an. „ER ist es, der dir in deinen Prüfungen beistand und dessen Geist allzeit mit dir war. Mein Sohn, du hast eine einzigartige Gelegenheit verstreichen lassen. Du hättest unmittelbar den Vogel

Trinosophie Kapitel 6,

die Fackel

Trinosophie Kapitel 6

und den Altar

Trinosophie Kapitel 6

ergreifen können. Du hättest auf der Stelle selbst Altar, Vogel und Fackel werden können. Damit du zum innersten Heiligtum im Palast der höchsten Wissenschaften zugelassen werden kannst, ist es nun erforderlich, dass du erst alle Nebenwege durchlaufen musst. Komm … ich muss dich als erstes meinen Brüdern vorstellen.“ Er nahm mich bei der Hand und führt mich in eine weite Halle.

Die Augen eines gewöhnlichen Sterblichen können von der Formenvielfalt und reichhaltigen Ausschmückung die sich mir drinnen darbot nicht die leiseste Vorstellung haben. Umschlossen wurde die Halle von 360 Säulen. Von der Decke hing an einem goldenen Ring ein Kreuz in den Farben rot, weiß, blau und schwarz herab. In der Mitte der Halle bildeten die vier Elemente einen dreieckigen Altar, an dessen drei Ecken der Vogel, der Altar und die Fackel platziert waren. „Ihre Namen sind nun andere,“ hier heißt der Vogel jetzt

Trinosophie Kapitel 6,

der Altar

Trinosophie Kapitel 6

und die Fackel

Trinosophie Kapitel 6.

Die Halle trägt den Namen

Trinosophie Kapitel 6

und der dreieckige Altar heißt

Trinosophie Kapitel 6.

Um den zentralen Altar herum waren 81 Throne angeordnet, die jeweils über neun Stufen unterschiedlicher Höhe erklommen werden konnten. Die Stufen waren mit roten Teppichen belegt. Während ich die Throne näher betrachtete ertönte ein Trompete, worauf die Türen der Halle

Trinosophie Kapitel 6

sich in ihren Scharnieren drehten und 79 Personen eintraten, von denen alle das gleiche Gewand wie mein Anführer trugen. Langsam kamen sie näher, ließen sich auf den Thronen nieder, während mein Anführer neben mir verweilte. Ein alter Mann, der sich von den anderen dadurch unterschied, dass er einen purpurnen Umhang trug, dessen Saum mit gestickten Buchstaben bedeckt war, erhob sich anschließend von seinem Sitz.

Mein Anführer richtete daraufhin mit einer heiligen Sprache folgende Worte an ihn: „Siehe da! Eines unserer Kinder, es groß zu machen wie seine Väter, ist der Wille Gottes.“ „Möge der Wille des Herrn geschehen,“ antwortete der alte Mann und sich an mich wendend fügte er hinzu: „Mein Sohn, die Zeit deiner physischen Prüfungen ist nunmehr abgelaufen … Es steht nun die Bewältigung langer Reisen vor dir. Dein Name sei daher

Trinosophie Kapitel 6.

Bevor du nun das Gebäude besuchst, möchte jeder meiner 80 Brüder und ich selbst dir ein Geschenk bereiten.“ Er trat auf mich zu und überreichte mir mit einem Friedenskuss einen Würfel aus grauer Erde, genannt

Trinosophie Kapitel 6.

Der Zweite gab mir drei Zylinder aus schwarzem Stein, genannt

Trinosophie Kapitel 6.

Der Dritte überreichte mir ein kleines abgerundetes Stück eines Kristalls, genannt

Trinosophie Kapitel 6.

Vom Vierten erhielt ich eine Haube aus blauen Federn, genannt

Trinosophie Kapitel 6.

Der Fünfte fügte eine silberne Vase hinzu, die den Namen

Trinosophie Kapitel 6

trug. Der Sechste händigte mir eine Weintraube aus, die den Weisen unter dem Namen

Trinosophie Kapitel 6

bekannt ist. Der Siebente beschenkte mich mit der Zeichnung eines Vogels, der dem Äußeren nach

Trinosophie Kapitel 6

glich, aber dessen Gefieder nicht so strahlend sondern von silberner Farbe war. „Er trägt denselben Namen,“ sagte er mir, „er ist für dich, damit du ihn mit den selben Tugenden versehen mögest.“ Der Achte gab mir einen kleinen Altar, der dem glich, der den Namen

Trinosophie Kapitel 6

trug. Schließlich gab mir mein Anführer eine Fackel in die Hand, die der Fackel mit dem Namen

Trinosophie Kapitel 6

ähnlich war, also aus leuchtenden Partikeln bestand, die allerdings noch nicht entzündet war. „Diese ist für dich,“ setzte er hinzu, „wie bei jenen, die dir vorausgegangen sind, um ihr dieselbe Tugend zu verleihen.“

vignette6_b1.jpgLa Très Sainte Trinosophie
Kapitel 6 - Ende
(verkleinert)

„Sinne über diese Geschenke nach,“ sagte schließlich der oberste Weise. „Sie führen alle gleichermaßen zur Vollendung, aber keines ist vollkommen in sich selbst. Nur durch die passende Verbindung untereinander kann das göttliche Ergebnis daraus hervorgehen. Wisse zudem, dass sie allesamt Null und nichtig sind, wenn du sie anders als in dem empfangenen Sinne anwenden solltest. Das Zweite - das zum Gebrauch des Ersten dient - verbleibt lediglich grobe Materie ohne Wärme und ohne Nutzen, wenn es nicht zugleich von dem was nach ihm kommt gefördert wird. Behüte sorgfältig die Präsente, die du erhalten hast. Nachdem du aus dem Becher des Lebens getrunken hast breche auf zu deinen Reisen.“

Daraufhin überreichte er mir in einem Kristallbecher eine leuchtende Flüssigkeit von safrangelber Farbe. Der Trunk hatte einen köstlichen Geschmack und verbreitete einen feinen Aromaduft. Nachdem ich mir damit kurz die Lippen benetzt hatte, wollte ich den Becher zurückreichen. Doch der alte Weise sprach: „Trinke alles aus! Es wird während deiner Reisen deine einzige Nahrung sein.“ Ich gehorchte und fühlte ein göttliches Feuer durch alle Fasern meines Körpers strömen. Ich wurde kraftvoller, standfester und selbst meine mentalen Energien schienen sich verdoppelt zu haben.

Kurz vor meinem Aufbruch entbot ich der erhabenen Versammlung noch das Grußzeichen der weisen Männer. Auf Anweisung meines Anführers trat ich sodann in eine rechterhand liegende Säulenhalle. ∆


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Trinosophie Kapitel 6

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La Très Sainte Trinosophie - Siebentes Kapitel

Oktober 14th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Kapitel 7

Am Eingang dieser Säulenhalle befand sich ein ovales Stahlgefäß, das auf einem Messing-Dreifuß ruhte. Als ich mich dem Gefäß näherte, begann es sich mit kristallklarem, durch feinen weißen Sand gereinigtes, Wasser zu füllen. Auf seiner dem Eingang zugewandten Seite befand sich ein schwarzes Paneel auf dem unterschiedliche Buchstaben eingraviert waren. Unmittelbar daneben lag ein aus Leinen gefertigter Schleier.

(Eröffnungs-Vignette Kapitel 7:)Trinosophie Kapitel 7

Oberhalb des Gefäßes befanden sich zwei grüne Marmor-Säulen an denen eine runde Marmorplakette angebracht war. Von zwei Inschriften umrundet, ließ sich darauf die Abbildung des heiligen Siegels in Form eines vierfarbigen Kreuzes erkennen. Es war an einem goldenen Anhänger befestigt und von zwei konzentrischen Kreisen - der äußere von schwarzer, der innere von roter Farbe - umgeben. An einer der Säulen war eine silberne Axt mit blauem Griff befestigt. Sie wird auch

Trinosophie Kapitel 7,

die Fackel, genannt.

Nachdem ich die Inschriften gelesen hatte wandte ich mich dem Gefäß zu, wusch mir zuerst die Hände um mich schließlich ganz hineinzustürzen. In dem Bad verweilte ich drei Tage. Als ich es verließ, fiel mir auf, dass das Wasser seine Transparenz verloren hatte. Der Sand war jetzt gräulich verfärbt und das Wasser selbst von rostfarbenen Schwebeteilchen durchsetzt. Ich versuchte mich mit dem leinenen Schleier abzutrocknen. Aber so oft der Stoff einige Tropfen aufgenommen hatte, erschienen an dieser Stelle sofort neue auf meiner Haut.

Trinosophie Kapitel 7Fußnote auf Seite 56, zur Beschreibung des goldenen Anhängers

Ich gab das Abtrocknen schließlich auf und ließ mich an einem schattigen Platz nieder, an dem ich sechs Tage regungslos ausharrte. Nach diesem Zeitraum war die Quelle dieser Wasser-Tropfen erschöpft. Ich bemerkte, dass ich trocken geworden war und auch leichter, obwohl meine Kraft und Stärke scheinbar eher zugenommen hatten. Ich verschaffte mir mit einem kleinen Spaziergang etwas Bewegung und kehrte dann zu dem Gefäß zurück.

Das Wasser, das sich ursprünglich darin befand, war verschwunden. Stattdessen war es jetzt mit einer roten Flüssigkeit gefüllt, während der Sand von metallgrauer Farbe war. Ich nahm erneut ein Bad, achtete aber streng darauf, nur einige wenige Augenblicke darin zu verweilen. Beim Aussteigen bemerkte ich, dass ich einen Teil der Flüssigkeit absorbiert hatte. Dieses Mal versuchte ich erst gar nicht mich abzutrocknen. Die Flüssigkeit war von stark zersetzender Wirkung und hätte jeden Stoff sofort zerstört.

Trinosophie Kapitel 7Abschluß-Vignette
zu Kapitel 7

Ich fand mich dann am anderen Ende der Säulenhalle wieder. Ich lag ausgestreckt auf einem warmen Lager, auf dem ich sieben Tage zubrachte. Danach kehrte ich zu dem Gefäß zurück, in dem sich jetzt wieder Wasser zu bilden begann. Erneut stürzte ich mich hinein, wusch mich gründlich und stieg wieder heraus. Jetzt gab es keine Probleme mehr beim Abtrocknen. Nachdem ich mich also auf die mir vorgeschriebene Weise gereinigt hatte, bereitete ich mich darauf vor, die Halle nach sechzehn Tage zu verlassen. ∆


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Trinosophie Kapitel 7

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La Très Sainte Trinosophie - Achtes Kapitel

Oktober 27th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie, Kapitel 8

Ich verließ die Säulenhalle durch eine niedrige enge Tür und betrat einen kreisförmigen Raum, der mit einer Täfelung aus Eschen- und Sandelholz versehen war. Am anderen Ende des Raumes befand sich ein Säulenfuss aus dem Stamm eines Weinstockes. Obenauf lag ein Häufchen weißes leuchtendes Salz. Darüber hing ein Gemälde, auf dem ein gekrönter weißer Löwe und eine Weintraube abgebildet waren. Beide ruhten auf einem Tablett, das der aus einem glühenden Räucherfaß aufsteigende Rauch am Schweben hielt.

(Eröffnungs-Vignette Kapitel 8:)Trinosophie, Kapitel 8

Rechts und links von mir öffnete sich je eine Tür, wovon eine den Blick auf eine unfruchtbare Steppe freigab, über die beständig ein trockener sengender Wind hinwegstrich. Die andere Tür öffnete sich einem See an dessen fernen anderen Ende die schwarze Marmorfassade eines Gebäudes erkennbar war.

Ich näherte mich dem Altar und nahm etwas von dem weißen leuchtendem Salz in meine Hände, das von allen Weisen Trinosophie, Kapitel 8 genannt wird, und rieb meinen ganzen Körper damit ein. Ich imprägnierte mich also regelrecht damit und nachdem ich die dem Gemälde beigefügten Hieroglyphen gelesen hatte, brach ich auf, um die Halle zu verlassen.

Zunächst war es meine Absicht die zur Steppe führende Tür zu benutzen. Aber von da trat plötzlich ein heißer Dampf hervor und ich bevorzugte die entgegengesetzte Seite. Ich besaß die Freiheit zur Wahl meiner Umstände, aber die einmal eingeschlagene Richtung galt es beizubehalten … In einiger Entfernung bemerkte ich ganz klar eine Brücke mit dem Namen Trinosophie, Kapitel 8.

Trinosophie, Kapitel 8Abschluß-Vignette Kapitel 8

Um diese zu erreichen wäre es nötig gewesen, den Windungen einer steinigen Küste zu folgen. Ich beschloss daher, den See direkt zu durchqueren und stieg in das Wasser das dickflüssig wie Zement war.

Es stellte sich heraus, dass es nutzlos war hindurchzuschwimmen, denn meine Füße konnten an jeder Stelle den Grund berühren. Ich durchwatete den See dreizehn Tage lang und erreichte schließlich das andere Ufer. ∆


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Trinosophie, Kapitel 8

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La Très Sainte Trinosophie - Neuntes Kapitel

Dezember 11th, 2006

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie, Kapitel 9

Die Erde war so dunkel wie das Wasser, das ich eben verlassen hatte. Eine kaum wahrnehmbare Böschung führte mich an die Basis eines Gebäudes, das ich zuvor bereits von Ferne wahrnehmen konnte. Auf seiner ausgedehnten quadratischen Vorderseite waren verschiedene Buchstaben eingraviert, und zwar solche, wie sie auch einst die altehrwürdigen Perser benutzten. Das ganze Gebäude bestand aus groben schwarzen Basalt. Die Türen aus Zypressenholz öffneten sich, um mich passieren zu lassen.

(Eröffnungs-Vignette Kapitel 9:)Trinosophie, Kapitel 9

Ein warmer feuchter Wind erhob sich plötzlich und fegte mich mit einem Ruck in die Mitte einer Kammer, während sich zugleich die Türen hinter mir schlossen … Um mich herum war es dunkel. Aber allmählich gewöhnten sich meine Augen an das spärliche Licht und ich war in der Lage, die umgebenden Dinge zu erkennen. Deckengewölbe, Wände und Boden der Kammer waren schwarz wie Ebenholz. Zwei Wandgemälde zogen meine Aufmerksamkeit an sich. Das eine zeigte ein Pferd von der Art, wie es unsere Dichter beschreiben, dass es den Fall Trojas ausgelöst haben soll. Aus seinen offen klaffenden Flanken hing ein halber menschlicher Leichnam heraus.

Auf dem anderen Gemälde war ein bereits in Verwesung übergegangener Toter zu sehen. Ekelhafte durch die Fäule ausgebrütete Insekten schwärmten über sein Gesicht und verschlangen den Stoff, der ihn einst in die Welt gebracht hatte. Von einem der Arme war bereits das Fleisch abgefallen und blanke Knochen lugten hervor. Neben der Leiche stand ein rot gekleideter Mann und war offenbar bemüht, den Toten hochzuheben. Auf seiner Stirn leuchtete ein Stern. An den Beinen trug er schwarze Halbstiefel. Oberhalb der Gemälde, aber auch zwischen ihnen und unterhalb, war jeweils ein schwarzes Paneel mit silbernen Buchstaben angebracht. Ich studierte diese Inschriften und verbrachte ansonsten meine Zeit damit, mich in dem Saale - in dem ich insgesamt neun Tage zu verweilen hatte - näher umzusehen.

In einer dunklen Ecke fand ich einen Haufen schwarzer fetter, mit tierischem Material gesättigter, Erde. Gerade wollte ich etwas davon in die Hand nehmen, als mir eine donnernde, einem Trompetenstoß gleichende, Stimme das mit folgenden Worten verbat: „Diese Erde liegt erst 87 Jahre hier in der Halle. Nur wenn weitere 13 Jahre verstrichen sind, mögen Du und die anderen Gotteskinder sie verwenden.“ Die Stimme verstummte, aber ihr letztes Echo hallte noch lange in diesem Tempel der Stille und des Todes nach. Nachdem ich also die vorgeschriebene Zeit absolviert hatte verließ ich den Ort durch eine dem Eingang gegenüberliegende Tür. Erneut stand ich im Licht, obwohl es hier in der Nähe der schwarzen Halle nicht von einer Stärke war, dass es meine an Dunkelheit gewöhnten Augen hätte ermüden können.

Trinosophie, Kapitel 9Abschluß-
Vignette
Kapitel 9

Um die anderen Gebäude erreichen zu können war, wie ich überrascht feststellte, erneut ein See zu überqueren, der in seinen Ausmaßen noch den vorherigen übertraf. Achtzehn Tage benötigte ich, um ihn zu durchwaten. Mir fiel ein, dass die Wasser des ersten Sees immer dunkler und dichter wurden, je mehr ich voran kam. Bei diesem See hingegen war es umgekehrt. Je mehr ich mich dem Ufer näherte, um so klarer wurde das Wasser. Mein Gewand, dass in jener Halle das Schwarz der Wände angenommen hatte, nahm scheinbar eine gräuliche Färbung an. Allmählich wurde es farbiger, erreichte aber nicht ganz das Blau, sondern verblieb eher in einem schönen grün. Nach achtzehn Tagen erklomm ich die Ufer über einen weißen Marmorsteg. Der Name der Halle lautet Trinosophie, Kapitel 9. Der erste See trägt den Namen Trinosophie, Kapitel 9 und er zweite heißt Trinosophie, Kapitel 9. ∆


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Trinosophie, Kapitel 9

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La Très Sainte Trinosophie - Zehntes Kapitel

Januar 1st, 2007

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie, Kapitel 10

In einiger Entfernung vom Ufer erhob ein prächtiger Palastbau seine Alabastersäulen in schwindelerregende Höhen. Die Säulen waren durch Bogengänge von leuchtender Farbe miteinander verbunden. Das ganze Arrangement war von einer lichten und himmlischen Architektur. Ich näherte mich dem Haupteingang und bemerkte, dass die Außenseite mit der Zeichnung eines Schmetterlings verziert war. Die Tore standen offen … Ich trat ein.

Trinosophie, Kapitel 10Eröffnungs-Vignette Kapitel 10

Der ganze Palast bestand aus einer einzigen Halle … die auf drei Etagen mit Säulengän- gen umge- ben war, wobei die einzelnen Etagen von jeweils 27 Alabastersäulen gebildet wurden. Im Zentrum des Gebäudes befand sich die Statue eines Mannes, der eben dabei war, aus einer Gruft zu entsteigen. Mit einer Hand eine Lanze hochhaltend schickte er sich an, gegen den Stein, der ihn bislang eingezwängt hatte zum Schlag auszuholen. Seine Lenden wurden von einem grünen Gewand umschlossen, dessen Saum golden glänzte. Auf seiner Brust befand sich eine quadratische Tafel, auf der verschiedene Buchstaben geschrieben standen.

Trinosophie, Kapitel 10Abschluß-Vignette zu Kapitel 10

Über der Statue hing eine goldene Krone und es entstand der Eindruck, als ob sie sich selbst zu dieser Krone hin würde erheben wollen, um sie sich in ihren Besitz zu bringen. Über alledem befand sich eine gelbe mit verschiedenen Symbolen versehene Steintafel. Die Symbole deutete ich mir mit Hilfe der auf der Gruft und dem Brustschild des Mannes angebrachten Inschriften.

In der Halle, die den Namen Trinosophie, Kapitel 10 trägt, verbrachte ich so viel Zeit wie notwendig war, um gründlich über alle ihre Säulenpassagen nachsinnen zu können. Aber bald brach ich mit der Absicht auf, eine weite Ebene zu durchqueren, die mich zu einem Turm führen würde, den ich in großer Entfernung wahrgenommen hatte. ∆


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Trinosophie, Kapitel 10

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La Très Sainte Trinosophie - Elftes Kapitel

Februar 18th, 2007

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie, Kapitel 11

Kaum lagen die Stufen des Palastes hinter mir, als ich vor mir einen flatternden Vogel gewahr wurde, der dem Trinosophie Kapitel 6 (*) sehr ähnlich war, obgleich er neben seinen eigenen Flügeln noch zwei Schmetterlingsflügel besaß. Eine aus den Wolken kommende Stimme befahl mir, den Vogel zu ergreifen und dingfest zu machen. Sofort schoss ich auf ihn los. Er flog nicht davon sondern benutzte seine Schwingen, um mit hoher Geschwindigkeit davonzurennen. Ich verfolgte ihn ohne Unterbrechung.

Trinosophie, Kapitel 11Eröffnungs-Vignette Kapitel 11

Nachdem ich ihm auf diese Weise neun Tage nachgejagt war, gelang es mir schließlich, ihn in den Turm abzudrängen, der mir seinerzeit beim Verlassen von Trinosophie, Kapitel 9 (**) in großer Entfernung aufgefallen war. Die Mauern dieses Gebäudes bestanden aus Eisen, die von 36 ebenfalls eisernen Säulen getragen wurden. Der Innenraum war aus dem selben Material, jedoch mit glänzendem Stahl überzogen. Das Fundament des Turmes machte den Eindruck, als ob es zweimal so tief ins Erdreich reichen würde, wie der Turm sich über der Erde erhob. Der Vogel war kaum in den Turm eingetreten, als er scheinbar von einer eisigen Kälte ergriffen wurde. Vergeblich versuchte er seine tauben Flügel zu bewegen. Er warf sich noch immer unruhig herum und versuchte zu fliehen, aber alles so kraftlos, dass ich ohne Schwierigkeiten an ihn herankommen konnte.

Ich ergriff den Vogel und jagte jeweils einen Stahlnagel Trinosophie, Kapitel 11 (+) durch seine Schwingen hindurch. Mit Hilfe eines Hammers, mit dem Namen Trinosophie, Kapitel 11, nagelte ich ihn am Boden des Turmes fest. Gerade hatte ich die Arbeit beendet, als der Vogel neue Stärke gewann. Er bewegte sich nicht, aber seine Augen begannen wie Topase zu glühen. Wie ich so auf ihn starrte, wurde meine Aufmerksamkeit von einer Gruppe Figuren in der Mitte der Halle angezogen. Zu sehen war ein schöner Mann im jugendlichen Alter. In seiner Hand hielt er einen Stab, um den herum zwei Schlangen miteinander verflochten waren.

Trinosophie, Kapitel 11Abschluß-Vignette zu Kapitel 11

Der junge Mann versuchte einem andern zu entkommen, der nicht nur von höherem Wuchs sondern auch kräftigerer Statur war. Dieser hatte einen eisernen Gürtel angelegt und sein ebenfalls eiserner Helm wurde von einem roten Federbusch schwingend überragt. In seiner Reichweite lag auf einem kleinen runden Schild ein mit Hieroglyphen besetztes Schwert.

Der bewaffnete Mann hielt eine schwere Kette in der Hand, mit der er die Füße und den Körper des jungen Mannes gefesselt hatte. Der Junge bemühte sich vergebens seinem schrecklichen Widersacher zu entkommen. Zwei rote Tafeln trugen gewisse Inschriften.

Ich verließ den Turm, öffnete eine zwischen zwei Säulen befindliche Tür und befand mich in einer weit ausgedehnten Halle.∆


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Trinosophie, Kapitel 11

(*) siehe Kapitel Sechs
(**) siehe Kapitel Neun
(+) im Original-Skript am Rand gezeichnet

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La Très Sainte Trinosophie - Zwölftes Kapitel (FIN)

April 9th, 2007

Dem Grafen von Saint Germain zugeschrieben.

Trinosophie Kapitel 12 Mandala

Die Halle, die ich gerade betreten hatte, war ein perfekter Rundbau. Innen glich er dem Inneren einer Kugel, die aus hartem durchsichtigem Material - ähnlich wie Kristall - bestand und folglich von allen Seiten Licht eintreten und den Raum damit erfüllen ließ. Der untere Teil der Halle ruhte auf einem ausgedehnten mit rotem Sand gefüllten Becken.

Trinosophie Kapitel 12Eröffnungs-Vignette Kapitel 12

Gleichbleibend angenehme Wärme erfüllte den Rundbau, dem die Weisen den Namen Trinosophie Kapitel 12 gegeben haben. Das Sand-Becken, welches die Anlage trug wird image_2.jpg genannt. Mit Erstaunen schaute ich mich in dieser Kristallkugel um, als ein neues Phänomen meine Bewunderung erregte. Aus dem Boden der Halle stieg ein leichter feuchter Nebel von safrangelber Farbe auf, der mich einhüllte, sanft empor hob und im Verlauf von 36 Tagen im oberen Teil der Kugel schwebend hielt. Danach wurde der Nebel zusehends dünner und ganz allmählich stieg ich wieder auf den Boden herab.

Mein Gewand hatte eine andere Farbe angenommen. Als ich die Halle betreten hatte war es noch grün gewesen, jetzt aber war es von glänzendem Rot. Ein gegenteiliger Effekt war hingegen mit dem Sand auf dem die Kugel ruhte geschehen. Dessen rote Farbe war nach und nach in tiefes Schwarz übergegangen. Nach meinem Abstieg verweilte ich noch drei Tage in dieser Halle. Anschließend betrat ich einen weiträumigen Ort, der von Säulenhallen und verbindenden Säulengängen umrundet war.

In der Mitte befand sich ein Bronze-Podest mit einer Figurengruppe darauf. Zu dieser Gruppe gehörte die Figur eines hochgewachsenen kräftigen Mannes, dessen majestätischer Kopf einen gekrönten Helm trug. Durch die Maschen seiner goldenen Rüstung drängte ein blaues Gewand hervor. In der einen Hand hielt er einen weißen Stab, der mit gewissen Buchstaben versehen war. Die andere Hand hielt er einer schönen Frau entgegen. Seine Begleiterin trug keine Gewänder, aber eine Sonne auf ihrem Busen breitete von da ihre Strahlen aus. Ihre rechte Hand hielt drei durch goldene Ringe verbundene Kugeln. Ein Kopfschmuck aus roten Blumen hielt ihr schönes Haar zusammen. Sie hüpfte in die Luft und es schien, als ob sie dabei den Krieger an ihrer Seite mit empor heben würde und schließlich beide von den über der Gruppe schwebenden Wolken aufgenommen werden könnten. Auf den Kapitellen von vier weißen Marmorsäulen standen vier Bronzestatuen. Sie waren mit Flügeln ausgestattet und es hatte den Eindruck, als ob sie Trompetensignale aussenden würden.

Ich überquerte den Platz und erklimmte eine vor mir stehende weiße Marmortribüne. Mit Verwunderung stellte ich fest, dass ich mich wieder in der Thronhalle befand (jene erste Halle, in der ich mich beim Eintritt in den Palast der Weisheit wiedergefunden hatte). Der dreieckige zentrale Altar stand noch immer in der Mitte. Vogel, Altar und Fackel waren jetzt aber miteinander verbunden und bildeten einen einheitlichen Körper. In ihrer Nähe befand sich eine goldene Sonne. Das Schwert, das ich aus der Halle des Feuers mitgebracht hatte, lag nur wenige Schritte davon entfernt auf einem der Thron-Kissen. Ich ergriff das Schwert und versetzte der Sonne einen Hieb, dass sie zu Staub zerfiel.

Trinosophie Kapitel 12 AbschlussvignetteLetzte Seite des Werkes mit Abschluss-Vignette zu Kapitel 12

Ich berührte den Staub und jedes Molekül wurde selbst zu einer Sonne wie die eben zerteilte. In diesem Moment verkündete eine laute und wohlklingende Stimme, „Das Werk ist vollendet!“ Kaum hatten die Kinder des Lichts das vernommen, eilten sie herbei mit mir zusammenzusein. Die Tore zur Unsterblichkeit öffneten sich mir und die Wolke, die die Augen der Sterblichen bedeckt war aufgelöst.

ICH SAH und die über die Elemente herrschenden Geistwesen erkannten mich als ihren Meister. ∆


Grafik zu Kapitel 12

Trinosophie Kapitel 12 Mandala

F I N

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