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Mahatma-Briefe: Originale in der British Library mit allen Sinnen aufnehmen

Die Wahrheit liegt offen da. Jeder kann sich dafür anmelden. Dann liegt sie im Lesesaal für Manuskripte (manuscript room) bereit. Man packt die vier Folianten (mehr als vier dürfen am Stück nicht geordert werden), sucht sich mit ihnen im Arm einen freien Leseplatz.

British Library 2009 © Kô-SenEingang zum Gelände der British Library. (*)

Dann berühren erst die Augen, dann vorsichtig die Finger, was vor fast genau 128 Jahren, im Oktober 1881, begann. Über eine bis dahin und seitdem einmalig direkte Brücke gelangten über mehrere Jahre hinweg Wahrheit, Wissen und Weisheit aus der Sphäre der Buddhas in die materielle Welt der Menschen. Die Rede ist von den Mahatma-Briefen an den britischen Journalisten A. P. Sinnett1.

Bodhisattvas und Buddhas sind keine Erfindung

Obwohl es so leicht zu bewerkstelligen ist, die eigenen Finger über die einzigartigen Dokumente streichen zu lassen, so nahezu unüberwindlich ist gleichzeitig die unsichtbare Barriere zwischen den Manuskripten hier und den Köpfen und Herzen des modernen Menschen dort.

Über die Mahatma-Briefe kann man nicht diskutieren. Man erkennt sie als das was sie sind – oder eben nicht. Die Kommunikation zwischen den Mahatmas der theosophischen Bewegung von H. P. Blavatsky (H.P.B.) und dem Journalisten A.P. Sinnett diente unter anderen dem Zweck, esoterisch interessierten Zeitgenossen jener Zeit deutlich zu machen, dass die Bodhisattvas und Buddhas der zahllosen Legenden keine Erfindung sind, sondern tatsächlich existierende Wesenheiten, die mehr oder weniger auch in materiellen Körpern ihr Werk verrichten.

Videoclip von Ravi & Anoushka Shankar2 – Raga Anandi Kalyan

Für die unsichtbare Barriere, die heute die Mahatma-Briefe fast hermetisch von der öffentlichen Aufmerksamkeit abschottet, haben WIR SELBST einst die Grundmauern gelegt. Mit Mühe und Not konnte H.P.B. noch die Geheimlehre beenden – ein Werk, das zahllose naturwissenschaftliche Zusammenhänge skizziert, die bis heute immer mal wieder von der modernen High-Tech-Wissenschaft mit immensem personellen und finanziellen Aufwand bestätigt werden. Nach dem Tod Blavatskys (1891) degenerierte die Bewegung in zersplitterte Sekte. Profilierungsgierige Medien bedienten sich seitdem der Lehren missbräuchlich genauso wie die okkulten Möchtergernmagier der Nazis im dritten Reich.

Wie es scheint, ist die Zeit kollektiven Strebens nach Erkenntnis vorbei, war das einzigartige Wirken der Meister – wie die Mahatmas auch genannt werden – der letzte Versuch, einer größeren Gruppe von Menschen unmittelbaren Zugang zu den UNIVERSELLEN WEISHEITSLEHREN zu verschaffen. Der Versuch, scheint es, ist gescheitert. Die Mahatmas beendeten nach zwei Jahren die direkte Kommunikation mit Sinnett. Kurz nach Erscheinen der ersten beiden Bände der GEHEIMLEHRE zog sich die im Körper von Blavatsky wirkende große Seele zurück. Wie angekündigt gab es danach keine umfassenden Unterweisungen mehr. Wenn die Briefe von K. H. und M. da so im Original in den Händen liegen, wird klar, dass all die späteren vermeintlichen „Botschaften“ oder jene skurrilen Strahlenspekulationen nichts als astraler Spuk sind.

Der Mensch muss seine Befreiung
SELBST in die Hand nehmen

Denn der Versuch mit und um Blavatsky ist keineswegs gescheitert. In einer Zeit, da der Mensch seine Befreiung SELBST in die Hand zu nehmen hat, braucht es keiner phänomenalen Botschaften – weder von einem psychisch weggetretenen Medium noch als spektakuläre Anfügung – sagen wir an eine E-Mail. Nicht weil uns die Meister verlassen haben gibt es keine direkte Kommunikation mehr. Wir brauchen keine mehr. Denn allein das Vermächtnis dieser nachweisbar echten „Reliquien“ in der British Library ist kaum in einer Lebenszeit in seiner vollen Weite anzunehmen. Jede „persönliche Botschaft“ wäre da Ablenkung und Irreführung – und ist daher Illusion. Wie alles Persönliche (wird fortgesetzt).

(*) Text/Bild: Kô-Sen

Linksunten:

THE BRITISH LIBRARY – The world’s knowledge links_yellow.gif

  1. Alfred Percy Sinnett (1840-1921)
  2. Spirituelle Inspiration und individueller Zugang zu den Weisheitslehren sind auf zahllosen Wegen möglich. Etwa auch indem man sich den Schwingungen des alten Indiens öffnet, die in spezieller Weise beim Spiel der Sitar entstehen.

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Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 24.10.2009, 17:17 Uhr


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