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Mystik

Ist unser Leben „seelengerecht“?

Mit der spirituellen Fabel „Das Blut der Schlange1“ von W. Q. Judge

Taucht man einen geschliffenen Diamanten in ein Güllefass reflektiert er makellos und in völliger Klarheit – den Inhalt des Güllefasses. In den Weisheitslehren wird der Seelenfunken des Menschen oft mit Diamanten verglichen, oft mit einem ungeschliffenen. Das Leben, so heißt es, schleift diesen „Diamanten“ so lange, bis schließlich das göttliche Licht ohne jeden Makel durch ihn hindurch scheinen kann.

Diamanten, vom Leben geschliffen… Foto: Mario Sarto

Doch bevor ein Diamant Licht reflektieren kann, muss das Licht erst einmal auf ihn auftreffen – ihn erreichen – können. Damit der Seelenfunken das göttliche Licht wiedergeben kann, muss er im Licht SEIN, bedarf es einer seelengerechten Lebenshaltung. Ist unser Leben „seelengerecht“? Der irisch-amerikanische Mystiker und Theosoph, William Q. Judge, hat dazu eine mystischen Fabel überliefert. (weiterlesen …)

  1. im engl. Original: The Serpent’s Blood

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Was, wenn Tilla plötzlich vor Dir steht?

Tilla, ein kleines Mädchen, ist dazu ausersehen, Menschen zu retten. Tilla wurde in eine Zeit hineingeboren, in der die Welt ringsum zugrund geht. Nur mit Mühe kann eine kleine Schicht Wohlhabender in einer Trutzburg hoch im Gebirge die marodierenden Massen verzweifelter Menschen auf Distanz halten. Die Erwachsenen sehen ein hoch begabtes Kind in Tilla. Doch Tilla ist eine Sehende und Wissende, geboren – wiedergeboren – um ein vor Urzeiten abgelegtes Gelübde zu erfüllen.

Porzellanfigur von Guanyin1 aus der Ming-Dynastie (Ausschnitt). Foto: Chaozhong He, photoed by Mountain at Shanghai Museum, © GNU Free Documentation License

Buddhisten nennen es „Bodhisattva-Gelübde“. Doch lange vor Buddha Shakyamuni, seit ewigen Zeiten, gab es das Gelübde, immer wieder zurückzukehren, um den in sinnlicher Wahrnehmung und materiellen Formen gefangenen Menschen einen spirituellen Impuls zu bringen. Tilla ist die Heldin im als SF gedachten Roman „Märchenland Gondwana“ der großen Mystikerin der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Mária Szepes. Tilla ist also nur eine Romanfigur. Doch was, wenn sie plötzlich vor Dir steht? Wirst du sie erkennen? (weiterlesen …)

  1. Einzig bekannter WEIBLICHER Bodhisattva; Guanyin gilt als Bodhisattva des Mitgefühls.

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Der Buddhismus-Bluff: Eine Begriffsklärung

Buddhismus geht immer. Wenn dann noch kombiniert mit Pseudo-Kampfkunst und man kann als „Anbieter“ bald mit einem TV-Team rechnen. Und mit einem „Spezial“ im Fernsehen. Bei den – vor allem jungen – nach Gemeinschaft und Selbstüberwindung hungernden Menschen, kommen entsprechende Verheißungen gut an. Dumm nur, dass Begriffe wie BUDDHISMUS, KAMPFKUNST und SHAOLIN, aber auch ZEN, MEISTER oder ABT nicht geschützt sind.

Der lehrende Buddha Shakyamuni (China, 12. Jahrhundert).
Foto: gemeinfrei

Jeder Scharlatan und clevere Selbstdarsteller kann sich des Buddhismus-Bluffs ungestraft bedienen. Und damit sind nicht nur bizarre „Shaolin-Klöster“ gemeint, sondern auch Management-Trainer oder hauptberuf­liche „Philosophen“, die mit Buddhismus-Versatzstücken zahlende Sucher anlocken. Bevor man Geld, Energie und Unabhängigkeit einem „Abt“ oder „Meister“ opfert, kann es hilfreich sein, sich zu verdeutlichen, was Buddhismus eigentlich ist. Nachfolgend eine Begriffsklärung. (weiterlesen …)

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Theosophie: Weisheitslehre oder Mummenschanz?

Einen eigenen redaktionellen Schwerpunkt hat neulich eine große deutsche Tageszeitung dem Phänomen Anthroposophie gewidmet1. Dabei fanden auch die eigentlichen Wurzeln der anthropo­so­phischen Bewegung eine angemessene Würdigung. Anthroposophie ist Rudolf Steiner. Die Wurzel von Steiners Thesen jedoch sind die uralten und zeitlosen Weisheitslehren, die im letzten Viertel des 19. Jahrhun­derts durch Helena Petrovna Blavatsky, William Quan Judge und Henry Steel Olcott einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.

Motto der Theosophie des 19. Jh.: Es gibt keine höher stehende Religion als die Wahrheit.

Nach dem Weggang von Blavatsky (1891) und Judge (1896) versank die Theosophie jener Zeit „bald in einem argen Mummenschanz2.“ Jenen Mummenschanz haben selbst ernannte Nachfolger von Blavatsky und Judge zu verantworten. Bis heute fehlt eine selbstkritische Aufarbeitung dieser Fehlentwicklung durch jene Gruppen, die sich unverändert auf jene „Nachfolger“ berufen. (weiterlesen …)

  1. Süddeutsche Zeitung, Samstag, 26. Februar 2011
  2. Ebenda; Thomas Steinfeld: DAS BUNTE GENIE

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