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Gott

Hölle im Hier und Jetzt

Konzepte wie Himmel und Hölle haben den Vorteil, dass sie allesamt etwas Abstraktes ohne erkennbaren Zusammenhang zum konkreten Hier und Jetzt sind. Zumindest wenn man sie im Kontext einer monotheistischen Religion versteht. Buddhismus und Taoismus sind zwar keine monotheistischen Religionen, kennen aber diese Begriffe ebenfalls und bemühen sich dabei um eine erlebbare und weitgehende Praxisnähe. Möglich wird das durch die Annahme der These, Karma und Reinkarnation seien universelle naturgesetzliche Prinzipien.

Hölle als Nachtod-Verwahranstalt für Bösewichte: Dante And Virgil In Hell (1850) by William-Adolphe Bouguereau. Foto: gemeinfrei

„Höllische“ Lebensumstände haben demnach einen guten Grund. Wer etwa ständiger Verleumdung ausgesetzt ist und auf Schritt und Tritt mit der Unzuverlässigkeit anderer konfrontiert wird, hat sich demnach diese „Hölle“ in einem früheren Leben selbst zubereitet, indem er sich damals an seinen Mitmenschen mit LÜGEN vergangen hat. Wer das glaubt wird zwar nicht selig, beißt sich aber sicherheitshalber lieber einmal zu viel als zu wenig auf die Zunge. (weiterlesen …)

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Johannes Trithemius: Von einem der auszog einen Augiasstall auszumisten (Teil 1)

Mutmaßlichen Bodhisattvas1 der Geschichte auf der Spur

Christliche Mönche standen im 15. Jahrhundert beim Volk in dem Ruf ungebildete Hurenböcke zu sein, die sich gern dem Rausch der Völlerei und Trunksucht ergeben und es sich auf Kosten des eingetriebenen Kirchenzehnten und der Besitztümer der Klöster gut gehen lassen. Anders als etwa in China wäre in Mitteleuropa ein Kloster in abgelegener Höhenlage undenkbar gewesen2.

Relief von Johannes Trithemius; von Tilman Riemenschneider. Foto: CSvBibra/gemeinfrei

Schließlich lag der Schwerpunkt der Klosterbetriebe nicht bei religiöser Disziplin, Enthaltsamkeit und Kontemplation. Außerdem wäre den Mönchen schwer zu vermitteln gewesen, warum sie sich körperlich anstrengende Fußmärsche antun sollten und ein Nachschub an Essen, Trinken und sonstigen „Dienstleistungen“ unnötig zu erschweren sei. Doch dann kam Johannes Trithemius und das zum Augiasstall verkommene Mönchtum wurde mit eiserner Hand reformiert. (weiterlesen …)

  1. Bodhisattvas sind – vereinfacht ausgedrückt – große Seelen (Sanskrit: maha atma) die im Laufe ihrer Inkarnationen den astralen Zwang zur Reinkarnation überwunden haben, jedoch freiwillig eine Inkarnation annehmen, um vor Ort den fühlenden Wesen auf die eine oder Weise praktische Impulse für ein spirituelles Leben zu geben. Aus „Sicherheitsgründen“ müssen sie dabei ihre noble Herkunft vorübergehend vergessen. Ihr Wirken kann auf allen gesellschaftlichen Ebenen stattfinden. Laut Weisheitslehren kann es auch zu einer „Überschattung“ eines Menschen durch einen Bodhisattva kommen. Der gegenwärtige Dalai Lama gilt als inkarnierter Bodhisattva.
  2. Der Ruf eines buddhistischen oder taoistischen Klosters steht bei den Praktizierenden in China bis heute um so höher, je abgelegener und – wenn möglich – je höher es liegt.

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Die Aufgabe eines Lehrers (The Function of a Teacher)

Mit Original-Artikel der Zeitschrift THE THESOPHICAL MOVEMENT (Mumbai/Indien)

Ohne aufnahmewillige Schüler
nützt der beste Lehrer nichts.

Vignette: Heinrich Khunrath1,
1602, Privatbesitz

Lehrer, mit denen man im Lauf seines Lebens offi­ziell zu tun hat – sei es in der Schule, beim Studium oder im Beruf – werden einem vor die Nase gesetzt. Man hat dabei entweder Glück oder nicht. Glück hat man dann, wenn der Lehrer (1) ein breites Wissen mit Tiefgang besitzt und Wissen zudem (2) methodisch geschickt zu kommunizieren vermag.

Ist er zudem (3) auch noch ein Humanist im Denken und Handeln kann man als Schüler oder Seminarteilnehmer im wörtlichen Sinne etwas „für das Leben“ lernen. In spirituellen Angelegenheiten lässt sich die Aufgabe eines Lehrers genau so gliedern. Man ahnt jedoch, dass eine humanistisch geprägte Lebenshaltung im Sinne eines „nice to have“ nicht ausreicht. In ihrer August-Ausgabe 2010 hat das indische Magazin THE THEOSOPHICAL MOVEMENT in einem inspirierenden Artikel die Aufgaben eines spirituellen Lehrers untersucht. (weiterlesen …)

  1. Engl.: What use are torches, light or eyeglasses, if people will not see? Aus: Amphitheatrum sapientiae

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Zum Fest etwas Barmherzigkeit

Zum Pathos der Weichnachtszeit gehört es, in den Medien über Barmherzigkeit zu sprechen und sich an der Discountkasse gegen­seitig Segen zu wünschen, zumindest wenn man in einer katholischen Gegend lebt. Jetzt ist daher die große Zeit der „Fund-Sammler“. Also der Leute, die davon leben, für alle möglichen wohltätigen Zwecke einen Fund – eine Art Spendentopf – zu eröffnen und zu verwalten.

A 1930s photograph of a desert traveler seeking the assistance of God the Merciful, the Compassionate. Foto: gemeinfrei

Sucher auf dem Pfad die in der Regel hart am eigenen Ego knabbern wissen längst, wie verlogen und eitel das Ego besonders dann ist, wenn es einen auf „barmherzig“ macht. Das gilt natürlich in einer auf Egoismus basierenden Gesellschaft umso mehr. Wer es aushält, muss sich nur eine Weile eine der vielen Benefizveranstaltungen im TV um Weihnachten herum gönnen – falls er dazu nach Bestätigung sucht. Man muss dabei nicht lange suchen um die Leute auszumachen, für die inszenierte Barmherzigkeit eine super Geschäftsidee ist. Dabei sind Barmherzigkeit und Mitgefühl wesentliche Aspekte menschlichen Seins, die uns vom Tier unterscheiden. (weiterlesen …)

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