Apr 17 2008

Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (III)

Abgelegt 0:04 unter Zeitgeschehen

Die moderne Philosophie gefällt sich in medienwirksamer Selbstinsze- nierung. Zugleich bietet sie kaum mehr als leere intellektuelle Spielerei. Die wirklichen Fragen der suchenden Seele bleiben unbeantwortet. Anders die Philosophie des ROSENKREUZES. Die hat sich immer schon mit dem WOHER, WOHIN und WARUM auseinandergesetzt.

Copyrights 2008 Ko-SenFrontispiz GEHEIME FIGUREN DER ROSENKEUZER, Altona 1785. Privatbesitz

Und ist auch der heiklen Frage nicht ausgewichen, was eigentlich nach dem Tod mit dem Menschen passiert. Dabei taucht gleich am Anfang das Problem auf, dass es ganz unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was ein MENSCH eigentlich ist. Der dritte und abschließende Teil des Artikels „Was ändert sich?“ bringt die Thesen des Lectorium Rosicrucianum zum Ausdruck. Ob und in wie weit die im Artikel reflektierten WEISHEITSLEHREN den Einzelnen IN DER FORM ansprechen, muss jeder in der stillen Kontemplation mit seinem SELBST ergründen. (Redaktion)

Das Leben ist vorbei. Jenseits des Todes.

Fortsetzung (abschließender dritter Teil)

Die Sicht des Rosenkreuzes

Wenn wir den Tod verstehen, erhält das Leben Sinn! Wenn der Tod naht, konfrontiert er uns mit den fundamentalen Fragen:

Wer bin ich? Woher komme ich?
Was ist der Sinn des Lebens?

Lange Zeit haben wir wie in einem Rausch gelebt und sind hinter abertausend Dingen hergejagt. Aber in einem gegebenen Augenblick kommt der Tod auf uns zu und zeigt uns eine Grenze. Man kann ihn als Gestaltenwechsel sehen, wie wir ihn auch in der Natur kennen. Wir erleben das unaufhörliche Kommen und Gehen der Jahreszeiten und in größerem Rahmen das der Kulturen. Für die Menschheit als Ganzes gleicht die beinahe unendliche Aufeinanderfolge von Geburt, Leben und Sterben einem Rad, das sich unaufhörlich um die eigene Achse dreht. Aber der Mensch ist dabei ein individuelles, bewusstes Wesen, für das der fundamentale Gestaltenwechsel in der Sterbestunde eine Prüfung bedeutet.

Das Bewusstsein ist ein Bindemittel, ein starker Leim, der alle Zellen des Körpers mit unserem Denken und unseren Emotionen verbindet. Dank des Bewusstseins sind wir ein zusammenhängendes Ganzes, das über eine gewisse Fähigkeit der Selbstbestimmung verfügt. Der Tod zerbricht diese wunderbare Ganzheit, mit der wir entscheiden und handeln. Beim Sterben wird der verdichtete, physische Teil abgelegt und das Bewusstsein geht mit dem feinstofflichen Teil weiter in den Weltäther. Der Aufenthalt dort ist aber nicht ewig, wie vielfach angenommen wird, und bedeutet auch nicht nur Glück und Seligkeit. Er dauert nur eine bestimmte Zeit lang.

Für die Rosenkreuzer aller Zeiten war es wichtig, zu erklären, was nach dem Tod geschieht. Der Tod tritt ein, wenn das beseelende Prinzip und der Organismus voneinander getrennt werden. Ohne das beseelende Prinzip zerfällt der Organismus, der stoffliche Körper, der aus Zellen und Atomen besteht. Er besitzt ein ätherisches Doppel, einen feineren Körper, auch Lebenskörper genannt, der den Stoffkörper um einige Zentimeter überragt.

Das beseelende Prinzip ist von astraler und mentaler Art, besteht also aus noch feineren Äthern als denen des Lebenskörpers. Die astralen Äther verleihen unseren Neigungen, Verlangen, Emotionen und Leidenschaften Form. Sie umhüllen als ovaler astraler Körper sowohl den Ätherleib als auch den Stoffkörper. Die mentalen Äther geben unseren Denkbildern, unserem Denkvermögen Form. Sie bilden noch keinen Körper, der die anderen drei umgibt. Man kann das Mentale mit einer Wolke vergleichen, die wie eine Kappe auf den drei ineinander liegenden Körpern ruht. Die Äther unterhalten einen vollkommen Kontakt zu den Körperzellen, und zwar über das Blut, das Nervenfluidum, die Drüsen mit innerer Sekretion und das Bewusstsein.

Die Naturgestalt des Menschen besteht also aus mehr oder weniger feinen Atomen mit unterschiedlicher Dichte – mental, astral, ätherisch oder physisch. Sie gehören aber alle zu dieser Naturordnung und sind daher dem Verfall unterworfen. Im Augenblick des Sterbens „zerreißt die silberne Schnur“, so sagen die Esoteriker. Die Verbindung der beiden feineren Körper zu den beiden stofflicheren Körpern wird unterbrochen. Der Lebenskörper zieht sich aus dem Stoffkörper heraus. Und die Atome dieser beiden Körper kehren zu ihrem natürlichen Reservoir - in den Kreislauf der irdischen Materie - zurück. „Staub seid ihr und sollt wieder zu Staub werden.“

Inzwischen gelangen die beiden feineren Körper in die astrale Welt der Erde, jenseits des Schleiers. Dort verfügen sie für eine bestimmte Zeit über eine bewusste und erfahrungsfähige Individualität. Aber leider oder zum Glück dauert auch diese Situation nicht ewig. Vom Stoffkörper getrennt, der täglich dafür sorgte, dass die Zellen mit Nahrung versehen werden, und zwar nicht nur physisch, sondern auch ätherisch, astral und mental, zerfallen schließlich ebenfalls die höheren, feineren Körper. Das Einzige, was bleibt, ist der Mikrokosmos mit dem ursprünglichen, göttlichen Nukleus oder Geistkern. Er besitzt den magnetischen Niederschlag aller Ereignisse des vergangenen Lebens. Das ist dann die Grundlage für das Leben in einer künftigen Inkarnation des Mikrokosmos. So erklärt sich, was Reinkarnation wirklich ist. Dabei müssen wir beachten, dass es keine Rückkehr der irdischen Persönlichkeit gibt.

Wir führten aus, dass sich die höheren, feineren, astralen und mentalen Körper vom niederen Lebens- und Stoffkörper lösen. Etwas Entsprechendes geschieht auch während des Schlafs. Aber dies ist nicht mit dem Zustand einer Nah-Tod-Erfahrung zu vergleichen. Denn der ätherische Lebenskörper sorgt während des Schlafs spontan und automatisch für die Instandhaltung des Stoffkörpers. Nur die astralen und mentalen Körper treten aus und begeben sich in ihre eigenen Gebiete, um in der Astralis des Planeten ihre Nahrung zu finden. Verwirrende Spuren dieses Geschehens tauchen in unseren Träumen auf.

Es gibt auch experimentelle Formen dieses Vorgangs, wobei das Bewusstsein sich durch Training oder unter Alkohol- und Drogeneinfluss vor der Wirklichkeit der stofflichen Welt abschließt und in die astrale Welt versetzt. Aber selbstverständlich besteht ein großer Unterschied zwischen einem schlafenden und einem toten Körper. Der letztgenannte wurde vom Ätherleib verlassen. Der Stoffkörper trägt die Grenze des Lebens in sich: Er hört eines Tages auf, Zellen zu generieren. Der Ätherkörper bemüht sich bis zum Äußersten darum, den Kontakt zum Stoffkörper aufrecht zu erhalten. Aber an der Grenze der Möglichkeiten balanciert der Mensch am Rande des Todes und durchschreitet ganz oder beinahe den Schleier, der das Hier vom Jenseits trennt.

Beim Sterben zerfällt der Ätherkörper. Er ist auch der Sitz des Gedächtnisses. Daher erscheinen alle Ereignisse des Lebens unmittelbar als Projektion, als das berühmte „Lebenspanorama“ oder als Rückblick wie in Sekundenschnelle vor dem Sterbenden. Diese Erfahrungen werden in die magnetische Schicht der sich entfernenden, höheren Körper eingeprägt, den Astralkörper und den sich noch in Entwicklung befindlichen Mentalkörper. Es ist äußerst wichtig, dass es in aller Ruhe geschieht, damit die Lebensernte weiter verarbeitet werden kann. Die beiden niederen Äther des Lebenskörpers, der chemische Äther und der Lebensäther, vergehen unmittelbar mit dem Stoffkörper. Die beiden höheren Äther, der Lichtäther und der mentale Äther, gehen in die höheren, feineren Körper über und darin auf.

Die feine und nun unvollständige „Persönlichkeit“ sieht als Jenseitserfahrung den Tunnel oder etwas Ähnliches. Je nach ihrer astralen Beschaffenheit erlebt sie Wärme, Farbe, Wohlbefinden oder auch ein Gefühl von Befreiung, wenn der Körper sehr krank war. Jedoch Frustration ist ebenfalls möglich, wenn das Leben durch ein Unglück aus einem Körper strömt, der noch viele Jahre hätte leben können. All dies ist keine Begegnung mit dem Göttlichen. Im Jenseits findet das Leben auf der ätherischen, astralen und mentalen Ebene statt, also unter ganz anderen Umständen, als wir es kennen. Aber fundamental unterscheidet es sich nicht von den Bedingungen während des Aufenthaltes im Diesseits.

Im Krankenhaus bleibt man bemüht, den Stoffkörper zu reanimieren und das Leben darin zu erhalten. Man veranlasst dadurch den Ätherkörper, zurück zu kehren, wenn es noch möglich ist, um den Zusammenhang mit der stofflichen Persönlichkeit wieder herzustellen. Und daran erinnert sich der Betreffende ganz oder teilweise nach einer Nah-Tod-Erfahrung. Hier auf Erden bestimmt unsere physische Welt die Struktur von Raum und Zeit. Auf den feineren Ebenen vollzieht sich alles fließender, einfacher. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fließen ineinander. Daher sind die Illusionen zahlreich. Viele Wesenheiten glauben, sie wären im Paradiese und wollen dort bleiben. Sie fühlen sich befreit von den Begrenzungen der dreidimensionalen Welt. Aber auch im Jenseits herrscht Selbstbehauptung. Wer bestehen will, muss gegen die drohende Auflösung seiner feineren Körper kämpfen. Es gibt viel esoterische Literatur, in der beschrieben wird, wie das geschieht. Wir wollen hierauf nicht näher eingehen.

Alle Ideale, alle menschlichen Phantasien, alle Gruppengeister der Welt sind im Jenseits gegenwärtig. Alle haben ihr eigenes „Paradies“. Wünsche dir etwas – und es ist. Die Nah-Tod-Erfahrung ist ein Erlebnis von besonderem Wert. Sie führt zur Erkenntnis, dass das Leben nach dem Tod des Körpers weitergeht und das Bewusstsein über die Begrenzungen von Zeit und Raum hinaussteigen kann. Aber die „Universa“, in die die Betreffenden gelangen, sind nicht das Paradies und nicht die göttliche Welt. Sie sind nicht das Auferstehungsfeld des wirklichen, göttlichen Menschen. Der Aufenthalt dort ist gleichsam ein Ausflug in die Sphäre, welche die astralen Bilder unserer eigenen Illusionen enthält.

Durch die Todeserfahrung durchbrechen wir Mauern des stofflichen Gefängnisses; aber wir finden uns nur in einer nächsten Zelle wieder, wenn sie auch größer und heller als die bisherige ist. Das Verhältnis zum Zeiträumlichen, das zu unserem Universum gehört, verändert sich. Wer sich aus dem Gefängnis, das sich von der irdischen Welt bis ins Jenseits ausdehnt, wirklich befreien will, muss – wie Buddha es beschrieb – „den Pfad gehen“.

Mitten im Leben stehend und all seine Möglichkeiten nutzend, können wir unsere Aufmerksamkeit und unser Verlangen von der Bindung an die Materie lösen. So kann sich jeder - in dieser Welt lebend - aus der Gefangenschaft befreien und die Rose des Herzens, das geistige Feuerprinzip, erwecken. Mit dieser Feuerkraft kann er eine Umwendung seiner Körper erreichen und die Wahrheit des einen Lebens erfahren. Das ist seit Beginn der Zeiten der einzige Pfad zur Befreiung. Auf diesem Pfad kann es geschehen, dass er der Schule des Goldenen Rosenkreuzes begegnet.

openbook.png Quelle: PENTAGRAMM, deutsche Ausgabe 1-2008, Herausgeber: DRP Rosenkreuz Verlag links_yellow.gif.

Bereits online:

Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (Teil I)

Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (Teil II)

Popularity: 8%

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 17.04.2008, 06:47 Uhr


Artikel mit ähnlichem Bezug:

>Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (II)>>Quelle Klauseborn: Angeblich heilsam wie Lourdes>>Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (I)>>Schwingendes Wasser - Grundlage der Schöpfung?>>Trinosophie: Galerie der Grafiken>

Keine Kommentare

Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.