Apr 01 2008

Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (II)

Abgelegt 0:04 unter Lesezeichen, Zeitgeschehen

Ist das menschliche Bewusstsein lediglich die Folge neuronaler Prozesse, oder mit anderen Worten, eine Art Abfallprodukt im Gehirn ablaufender chemischer Prozesse? Wenn dem so wäre, würde sich der vulgäre Spruch, Bewusstsein sei eine Ausschwitzung des Gehirns, als wahr erweisen. Die alten Weisheitslehren hingegen sehen es genau anders herum.

Copyrights 2008 Christina GrafDass Sterben Übergang und Transformation ist, zeigt besonders das Pflanzenreich eindrucksvoll. Bild: Christina Graf

Das universelle Bewusstsein ist demnach ein Aspekt eines allgegenwärtigen DENKPRINZIPS – auch Universal Mind genannt. Demnach ist das ganze Universum von Bewusstsein erfüllt. Hingegen im Menschen - und nur im Menschen - kann es zu SELBSTBEWUSSTEM SEIN werden. Daher der Spruch MENSCH ERKENNE DICH SELBST, was auf den grundsätzlichen Unterschied zwischen Mensch einerseits und Tier, Pflanze, Mineral andererseits hinweist. Der zweite Teil des Artikels „Was ändert sich?“ der Zeitschrift PENTA- GRAMM, Ausgabe Januar/Februar 2008, bietet eine These, was beim Sterben des Menschen mit dessen Bewusstsein passiert, die wesentlich auf den alten Weisheitslehren basiert. (Redaktion)

Das Leben ist vorbei. Jenseits des Todes.

Fortsetzung (zweiter Teil)

BEWUSSTSEINSEBENEN

Viele Wissenschaftler sind jetzt darüber einig, dass man besser von den „verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit“ sprechen sollte. Der Ausdruck hat Ähnlichkeit mit dem Wort „Bewusstseinsebenen“. Die Definition von Bewusstsein ist unlösbar mit der von Wirklichkeit verbunden: Nur durch Bewusstsein sind wir fähig, das wahrzunehmen und zu analysieren, was wir Wirklichkeit nennen. Viele Forscher auf dem Gebiet der Quantenmechanik sind heute davon überzeugt, dass das Bewusstsein die vorgenommenen Messungen beeinflusst, ohne dass man genau definieren könnte, was Bewusstsein ist. In der Quantenmechanik (4) gilt: Wenn man die Position eines Teilchens exakt bestimmt, bleibt seine Geschwindigkeit unbestimmt und umgekehrt. Es ist die sogenannte Unschärferelation. Es ist unmöglich, alle Parameter dieses Teilchens zu bestimmen, so wie zum Beispiel auch dessen spezifisches Energieniveau. Auf der Quantenebene ist ein Teilchen tatsächlich in vielen Zuständen gleichzeitig anwesend. Wir können also nur von einer Wahrscheinlichkeit sprechen. Der Forscher selbst bringt durch seine Art der Beobachtung und seine Absichten das Teilchen in diesen oder jenen Zustand. Daher können wir genau so gut sagen: Die Messung des Teilchen wird vom Bewusstsein des Untersuchers bestimmt – oder vom Teilchen selbst. John C. Lilly formulierte es so: „Auf dem Gebiet des Bewusstseins ist oder wird das, was man glaubt, wahr, und zwar innerhalb bestimmter Grenzen, die experimentell oder durch Erfahrung gefunden werden. Und diese Grenzen sind ihrerseits Glaubenssätze zum Entsteigen. Im Geist gibt es keine Grenzen.“

Abgesehen von seinem Einfluss auf die Ergebnisse Spitzenphysik geht vom Bewusstsein noch ein anderer Einfluss aus, der uns natürlicher erscheint, dessen Konsequenzen jedoch tief eingreifend sind. Wir meinen die „Information“, und zwar in einem besonderen Sinn. „Information“ hängt mit der Idee der (zunehmenden) Unordnung zusammen, in der Chemie Entropie genannt. Ein abgeschlossenes, von seiner Umgebung getrenntes Universum degradiert, verarmt und gerät stets mehr in Unordnung.

Pilze werden und vergehen über Nacht

Copyrights 2008 Christina GrafBild: Christina Graf

(Bildausschnitt)

Wenn ein Universum als System isoliert und nicht isotropisch ist (das heißt, nicht die gleichen Eigenschaften in allen Richtungen aufweist), muss seine innere Unordnung stets größer werden. Das gilt auch für den Menschen als Mikrokosmos, als kleines Universum, wenn er sich vom natürlichen Universum, seinem Quell, isoliert, also vom Kosmos und Makrokosmos. Daraus können wir ableiten, dass das Erhalten von Information mit der Herstellung einer Ordnung zusammenhängt. Wenn wir mit höherer Information verbunden werden, wird es uns möglich, unsere Unordnung zu beseitigen. Wir würden uns nicht mehr für den Meister im eigenen System halten, sondern die Struktur einer höheren Ordnung ins Dasein bringen. Wir würden Anteil an der höheren Ordnung erhalten. Entsprechendes ist auch typisch für eine Ekstase.

Schließlich wird zur Zeit noch ein Grundpfeiler der Physik ins Wanken gebracht, und zwar durch die These der Tachyonen. Damit bezeichnet man Teilchen, die sich schneller fortbewegen als das Licht. Die Lichtgeschwindigkeit ist heute die so genannte unüberwindliche Grenze, die Grundlage der kosmologischen Sicht der Welt. Auf ihr basiert auch die Theorie des Urknalls. Wenn sich die neue These bewahrheiten sollte, würde sie die Grundfesten des wissenschaftlichen Gebäudes erschüttern. Und immer mehr Gelehrte neigen ihr zu (5).

Wichtigste Folge einer Abkehr von der Konstante der Lichtgeschwindigkeit wäre, dass man nicht mehr am Zusammenhang von Zeit und Raum festhalten könnte. In dem Moment, in dem die Lichtgrenze überschritten wird, fällt auch der Faktor der unendlich schnellen Zeit weg. Dann gibt es nur noch unendlichen Raum. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft würden zusammenfließen. Wir würden jeden Halt verlieren. Was jetzt noch unmöglich scheint und unerklärbar ist, wird möglich und erklärbar. Unsere Welt, wie wir sie wahrnehmen, wäre dann nur ein äußerst kleiner Teil der Wirklichkeit. Alle Universa, die sich hinter der Lichtgrenze befinden und von einer viel höheren Geschwindigkeit als die des Lichtes angetrieben werden, bleiben uns mit unserem dreidimensionalen Wahrnehmungsvermögen unbekannt. Sie bleiben „unbelichtet“. Aus dem Blickwinkel der Astrophysik könnte sich unsere gewohnte Welt als schwarzes Loch darstellen, in das weder das wahre Licht noch die totale Information eindringen können. Unser physischer Körper mit seinem Gehirn und seinen Organen wäre, so betrachtet, ein „schwarzes Miniloch“. Das „supraerleuchtete“ Universum und damit auch das „supraerleuchtete“ Bewusstsein befänden sich außerhalb dieses schwarzen Loches. Und die Grenze zwischen dem schwarzen Loch und dem Rest des Universums wäre die Mauer des Lichtes selbst.

Bei dieser Betrachtungsweise müssten die Bande, die das Bewusstsein an die unterbelichtete Welt fesseln (auf der Basis der Interaktion zwischen Großhirnrinde und Bewusstsein), nacheinander gelöst werden, so wie es bei Sterbenden geschieht. Sie haben dabei das seltsame Gefühl, sich von ihren Körpern zu lösen, eine Erfahrung, die mit Wohlbehagen verbunden ist. Denn das Bewusstsein ist nicht mehr den schmerzlichen Wirkungen der Körperlichkeit unterworfen. In aufeinander folgenden, transzendentalen Stadien (die vielfach wissenschaftlich beschrieben wurden) dringt das Bewusstsein durch die Mauer des äußerlich wahrnehmbaren Lichtes (die dunkle Zone) und erreicht die “supraerleuchtete“ Welt, wo es mit neuen und unauslöschlichen Eindrücken konfrontiert wird. Gefühle von Allgegenwärtigkeit und Allwissenheit lassen sich in dieser Sicht leicht erklären, wenn wir davon ausgehen, dass das supraerleuchtete Bewusstsein die tiefe und fundamentale Wirklichkeit der Welt umfasst. Unser „unterbelichtetes“ Universum und auch wir in unserer Körperlichkeit wären dann nur eine holographische, deformierte und abgeschwächte Widerspiegelung dieser höheren Wirklichkeit. In diesem uns umringenden supraerleuchteten Universum finden alle Ereignisse gleichzeitig statt, da die Zeit nicht verstreicht, sondern ewig ist. In diesem Universum erhält das Bewusstsein unmittelbar alle Informationen über die Ereignisse im Lauf eines Lebens und wahrscheinlich noch mehr. Unter diesem Blickwinkel ist das Bild, das sich in unserem Hologramm zeigt (wenn wir uns selbst als Hologramm sehen können), für das supraerleuchtete Universum völlig unwichtig. Dieses Universum ist „total anders“. Wir müssen uns also von allen „menschlichen“ Ideen befreien, um etwas von dieser uns umringenden Wirklichkeit erfahren zu können. Das fällt uns nicht leicht. Aber diverse Einweihungen weisen in diese Richtung, und - teilweise - gewisse Nah-Tod-Erfahrungen … [wird fortgesetzt]

Fußnoten

(4) Die Quantenmechanik beschreibt die Gesetze, die das Verhalten der Teilchen bestimmen. Es gibt mehrere Wirklichkeiten gleichzeitig und je nach der angewandten Methode wird die eine oder die andere beleuchtet. Es gibt noch keine anerkannte wissenschaftliche Methode, mit der das Ganze dieser Wirklichkeiten simultan erfasst werden kann. Aber wir weisen auf das bemerkenswerte Werk von Leon Raoul Hatem, des „Vaters“ der „Degravitation“ hin. Es gründet sich auf eine elektromagnetische Theorie, die alle Gesetze der Physik integriert und die Entstehung des Kosmos logisch erklärt. (La fin de l’inconnaissable, Verlag Ganymède).

(5) Wir weisen vor allem auf Karl Pibram und dessen holographische Theorie hin, auf Feinberg und Sudarshan, die „Väter“ der Tachyonen, auf Régis Dutheil und dessen „supraerleuchteten“ Menschen, Leon Raoul Hatem und seine bewusste und magnetische Materie, A. Dobbs und die „Psitronen“, imaginäre Teilchen, die sich schneller fortbewegen als das Licht und schließlich auf Jaoa Maguiro, der die heutigen Theorien innerhalb des Korsetts der konstanten Lichtgeschwindigkeit anficht.

openbook.png Quelle: PENTAGRAMM, deutsche Ausgabe 1-2008, Herausgeber: DRP Rosenkreuz Verlag links_yellow.gif.

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Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (I)

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Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 16.04.2008, 23:15 Uhr


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