Mrz 18 2008
Tod und Nach-Tod: Was ändert sich (I)
Was passiert nach dem Tod? NICHTS, sagt die moderne Wissenschaft. Obwohl – besonders die Forschungen in der Physik, etwa zur String- Theorie, schließen inzwischen die Existenz von „jenseitigen“ Daseinsebenen nicht mehr aus, deren Schwingungsfrequenz zu hoch ist, als dass sie vom irdischen Menschen oder uns verfügbarer Messtechnik wahrgenommen werden kann.
Mottenlarve - Tod als Transformation. Bild: Ko-Sen
Vielleicht gehen da die „Toten“ hin? Oder ruhen sich die Seelen nach einem erschöpfenden Erdenleben dort aus? Zu den Themen TOD und NACH-TOD finden sich kaum AKTUELLE Publikationen, die sowohl auf den alten Weisheits- lehren (Gnosis), als auch auf zeitgemäßen erkenntnistheoretischen Grundlagen basieren. Eine sehr seltene Ausnahme ist der Artikel „Was ändert sich?“ in der Ausgabe Januar/Februar 2008 der Zeitschrift PENTAGRAMM. Nachfolgend beginnt eine mehrteilige Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers. (Redaktion)
Das Leben ist vorbei. Jenseits des Todes.
Nah-Tod-Erfahrungen und –Zeugnisse. Eine Übersicht.
Gegenwärtig gibt es viele Informationen über Erfahrungen „hinter dem Schleier“. Zahlreiche Bücher sind über dieses Thema erschienen. So wird auch versucht, herauszufinden, in welchem Zustand man sich vor der Geburt befand. (Durch Re-Birthing und Rückführung unter Hypnose ist es möglich, sich an vorherige Leben zu erinnern). Ebenfalls versucht man, mit Hilfe der feinstofflichen Körper ins Jenseits zu gelangen und andere Dimensionen zu entdecken. Oft geschieht das mit Hilfe von Drogen, Hypnose oder Öffnung der „sieben Pforten der Chakren“.
Andere „Astralforscher“ wollen unbekannte Planeten besuchen und deren Bewohnern begegnen, im Gedächtnis der Natur, der Akasha-Chronik, lesen oder die unterschiedlichen feineren Welten und ihre großen Lehrer auffinden. Das Bemühen, unterirdische Völker, „Mittelerde“, parallele Naturreiche, das Reich der Elementalen (Elfen, Luftgeister, Gnomen und Salamander) oder die Devas, die Gruppengeister des Mineral-, Pflanzen- und Tierreichs, kennen zu lernen, gehört ebenfalls dazu.
Bereits Mitte der vierziger Jahre beschrieb Dr. John Lilly (1915-2001) seine Experimente mit „anderen Bewusstseinszuständen“. Er benutzte dabei Hypnose, LSD und bestimmte Meditationsformen. Er schrieb eine Art Autobiographie des inneren Raumes, eine „Geographie des Bewusstseins“ (1).
Das alles ist nicht wirklich neu. Es hat immer unterschiedliche Gruppen gegeben, für die das Leben im Jenseits das endgültige Ziel ihrer „Einweihungen“ war. So dient zum Beispiel das Buch Bardo Thodol, das tibetanische Totenbuch, der Begleitung der Verstorbenen im Jenseits.
Durch die Entwicklung der Heilkunde und der Chirurgie einerseits sowie die Zunahme der Verkehrsopfer andererseits gibt es heute eine wachsende Anzahl Menschen mit Nah-Tod-Erfahrungen. Forscher wie Moody, Sabom und Ring benutzen dafür den englischen Ausdruck Near Death Experience (NDE). Im gleichen Maß wächst die Gruppe der „Begleiter“, der modernen „Fährmänner“ ins Jenseits. Immer öfter greifen Chirurgen oder Therapeuten in den natürlichen Sterbeprozess ein und verhindern so den Übergang zur anderen Seite des Schleiers. Der Sterbende wird ins Diesseits zurückgeholt, obwohl er bereits auf dem Weg ins Jenseits war. Nach seiner Rückkehr kann er sich nicht mehr genau an das erinnern, was er erfahren hatte; er hat den „Trunk des Vergessens“ erhalten. Hinzu kommt, dass er nichts von seiner Erfahrung richtig wiedergeben kann, weil sie jenseits der gewohnten Worte, Möglichkeiten und Bewusstseinszustände liegt. Wohl aber weiß er, dass es etwas Außergewöhnliches war, das nichts mit dem Verstand zu tun hat, ganz abgesehen von Drogen oder Meditationstechniken. Für die meisten ist es eine so wesentliche und erstaunliche Erfahrung, dass sie sie niemals vergessen können.
ES GIBT EINE WEITERFÜHRENDE LINIE
So wird zur Zeit für den normalen Bürger – sei er nun gläubig oder nicht – immer gewisser, dass es nach dem Tod weiter geht, jedoch anders und nicht so, wie er es erwartet oder gelernt hatte. Es gibt Berichte von einer gewissen Erfüllung, die einem endgültigen Hafen des Friedens gleicht. Obwohl die Nah-Tod-Erfahrungen außerhalb des Körpers den Erscheinungen bei Bewusstseinsspaltungen vergleichbar sind, die von Esoterikern und Okkultisten bewusst aufgerufen werden, geht es uns in diesem Artikel vor allem um jene, die die Erlebnisse im Zusammenhang mit Krankheiten oder Unfällen gemacht haben. Denn sie sind frei von vorgefassten Sichtweisen. Sie standen zeitweise auf der Schwelle zu einem Land, nach dem sie sich nun eventuell zurück sehnen.
Im Zusammenhang mit den Nah-Tod-Erfahrungen gibt es viel zu entdecken: erstens, dass es ein „Jenseits“ gibt, nach allem Leiden und der Furcht. In dem Moment, in dem das Leben aufgegeben wird, im Augenblick des vollkommenen Loslassens, findet eine Wende statt. Alle Erfahrungen zeugen von einem Zustand der Serenität, aus dem Angst oder Leiden verbannt sind und in dem Friede herrscht. Unser Wesen löst sich nicht in Nichts auf, sondern tritt in einen Zustand verminderter Dichte ein. Der stoffliche Teil fällt gleichsam ab. Mit einem feineren Teil leben wir bewusst fort. Es entsteht der seltsame Eindruck, über seinem Stoffkörper zu schweben, den man mit einem Gefühl der Erleichterung und Befreiung seinem Schicksal überlässt. Im Falle eines Komas sieht man die umher Stehenden, man ist hyperempfänglich. Man hört alles und versucht zu reden, aber die Kommunikation ist nicht möglich. Man hegt positive Gedanken für alle Wesen und bedauert jene, die man liebt, wegen ihres Kummers. Aber man selbst fühlt sich endlich frei von Todesangst und irdischen Begrenzungen. Die Lebenden scheinen ihm, der sich im Koma befindet, sehr viel toter zu sein als er selbst. Er bemitleidet sie, weil sie noch Zweifeln und den Begrenzungen des Lebens in der Materie unterworfen sind. Er selbst kommuniziert bereits mit früher gestorbenen Freunden, die ihn willkommen heißen.
SIND WIR GRENZENLOS
Nach den ersten Betrachtungen sammelt der beinahe Gestorbene noch wesentlichere Erfahrungen. Er scheint wirklich unbegrenzt zu sein, gleichzeitig nirgends und überall ist, in jedem Winkel des Universums. Jeder Teil des Universums scheint mit allen anderen Teilen als großes, organisches Ganzes zu kommunizieren. Groß und Klein verlieren ihre Bedeutung, das Ganze umfasst ihn und er umfasst alles. Er erfährt die Non-Dualität, die Trennung ist aufgehoben. Seine bewertenden Gedanken sind für ihn bedeutungslos geworden. Er unterscheidet nicht mehr zwischen einem Heiligen und einem Mörder, denn er liebt alle und alles mit derselben universellen Liebe. Gleichzeitig empfindet er sich als allwissend, im Besitz einer Kenntnis, die nicht verstandesmäßig ist, sondern sich darauf gründet, Teil des Alls zu sein.
Dieses All ist Vielheit und vor allem Liebe. Es gleicht einer Musik von unbeschreiblicher Schönheit und Harmonie, in der alles zu baden scheint und mit der alles genährt wird. Der beinahe Gestorbene empfindet sich als weder in der Zeit, noch im Raum. Er ist in einem Irgendwo, das nicht vergleichbar ist mit dem, was er früher gekannt hat und in dem es keinen äußeren Halt gibt. Hier, in diesem Anderswo, gibt es keine Richtungsweiser. Es ist eine seltsame Welt der Leere und der Fülle, des Bewusstseins von Etwas, das Ich ist und gleichzeitig mehr als Ich, ein alles umfassendes, unpersönliches Bewusstsein, das keine Wünsche mehr kennt. Es ist das Gefühl, endlich in der Nicht-Zeit und im Nicht-Raum zu sein. Es ist jedoch kein Nichts, kein Loch, sondern das vollkommen logische „Es“. Und er fragt sich, warum er dieses Selbstverständliche und so Nahe bisher nicht gekannt hatte.
Es sind noch viele andere Wahrnehmungen möglich. Die geschilderten sind jedoch die häufigsten. Ihre Spuren sind in Gedächtnis eingeprägt, wenn die Ärzte eine Rückkehr in das irdische Leben erreichen. Die Rückkehr ist möglich, solange die „silberne Schnur“, die uns mit dem Leben im Stoffkörper verbindet, noch nicht zerrissen ist. Wenn der Sterbende – oft gegen seinen Willen – ins Leben zurückgekehrt und sein Gemüt ein wenig zur Ruhe gekommen ist, beginnt er sich zu fragen: War dieser Bewusstseinszustand das Paradies, das Nirwana, das Fegefeuer, die Harmonie der Sphären oder noch etwas anderes? Überirdisch und nicht in der Zeit, hatte er sich gleichsam wie ein neuer Schmetterling gefühlt. Jetzt empfindet er sich als in die fleischliche Hülle zurück gepresst. Er ist wieder zur Raupe geworden. Viel lieber würde er „dorthin“ zurückgehen. Das Leben hier unten scheint ihm eine Illusion zu sein oder eine Prüfung, die er ablegen muss. Da er beinahe gestorben war, hat er keine Angst mehr vor dem Tod. Er hat ihn selbst erlebt und kennt daher weder Zweifel noch Angst; es ist den beiden Flüche des Menschen entronnen (2).
DIE SICHT DER NATURWISSENSCHAFT
Die Physiker müssen trotz der Blindheit, die ihnen unterstellt wird, notgedrungen erkennen, dass die großen Mystiker aller Religionen schon jahrhundertelang mit extremen Zuständen experimentiert haben, die den gewohnten Gesetzen der stofflichen Welt widersprechen. Diese Zustände wurden einst noch als heilig angehimmelt, wenn sie innerhalb der wichtigsten Religionen auftraten, und als Hexerei verdammt, wenn sie in anderen Gruppen erfahren wurden. Heutzutage fallen sie unter den beruhigenden Begriff „Parapsychologie“.
Jene, die auf diesem Feld experimentieren, scheinen tatsächlich zu einer „Wirklichkeit“ durchzudringen, und zwar auf eine Weise, die für einen großen Teil der Menschen unbekannt und unzugänglich ist. Sie erfahren anscheinend Gefühle und Bewusstseinsstadien, die gewöhnlich als „Ekstase“ bezeichnet werden. (Das ist nicht falsch, denn etymologisch deutet das Wort auf einen Austritt hin und heißt „aus dem Körper oder dem Ichbewusstsein heraustreten.) Es ist bekannt, dass das Resultat eine tiefgreifende Veränderung der Persönlichkeit ist. Es ist eine unkonventionelle Methode, sich der “Wirklichkeit“ zu nähern; man tut ihr im gewissen Sinn Gewalt an. Die Methode ist auch unwissenschaftlich, weil man man das Experiment nicht nach Belieben mit individuellen Teilnehmern wiederholen kann. Die unvorhersehbare und nicht reproduzierbare ekstatische Erkenntnis sprengt alle Normen und wird daher von vielen, die sie nicht selbst ausüben können, geleugnet oder sogar verurteilt. Sie haben für sich eine andere Wirklichkeit ins Leben gerufen: eine wissenschaftlich verantwortete, die auf die Begrenzungen des materiellen Menschen und sein wichtigstes Attribut, die cervicale cortex (die Großhirnrinde), zugeschnitten ist. Aber hat nicht gerade diese wissenschaftliche Realität einen aggressiven Charakter? Denn sie analysiert doch vornehmlich, teilt die Dinge, trennt die Teile vom Ganzen.
Und dennoch, sogar im Feld der wissenschaftlich-analytischen Annäherungsweise zeigt sich, dass das Realitätskonzept den Resultaten der Forschung in der Mikrophysik (Quantenphysik 3) nicht standhalten kann … [wird fortgesetzt]
Fußnoten
(1) Nach Dr. John Lilly gibt es vier positive Bewusstseinsebenen, die oberhalb des Tagesbewusstseins liegen und vier negative oder darunter liegende. Zusammen mit dem Tagesbewusstsein sind es neun Bewusstseinsschichten. Das erste Niveau über dem gewöhnlichen Bewusstsein ist „der Zustand der Konzentration“ und außergewöhnlichen Motivation. Die zweite Ebene ist das intensive Gefühl, „zur Welt der Lebenden“ zu gehören. Das kann durch Poesie, Kunst, Musik, Liebe usw. erreicht werden. Die dritte Schicht ist die der „paranormalen Fähigkeiten“ (Telepathie, Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, übersinnliche Wahrnehmungen). Das vierte positive Niveau, das „Samadhi“ des Ramakrishna, ist „die Einswerdung mit Gott“, die höchste Glückseligkeit als Folge der Einswerdung mit dem universellen Geist. Die vier niederen oder negativen Ebenen sind die versunkenen Widerspiegelungen, die Schatten der positiven Zustände.
(2) Raymond Moody, der die Bezeichnung NDE (near death experience) einführte, unterscheidet elf charakteristische Phasen, die dem Sterben vorauf gehen:
- Das Unvermögen, diese Erfahrung anderen mitzuteilen.
- Das Vernehmen des Urteils; das heißt, der klinisch tote Patient nimmt wahr, dass die Mediziner ihn für tot erklären.
- Ein Gefühl des Friedens und Wohlbefindens und die Abwesenheit von Angst.
- Das Klangphänomen, das von einigen als äußerst unangenehm erlebt wird, zum Beispiel als schreckliches Brummen, während andere Laute bis hin zu göttlicher Musik vernehmen. Wieder andere erfahren eine absolute Stille.
- Die dunkle Zone. Es ist das berühmte Durchqueren eines Tunnels, einer Grotte oder eines dunklen Fasses, das von einer gewissen Friedlichkeit begleitet wird. Es ist das vage Gefühl, sich in einem schwarzen Loch zu befinden.
- Die Rettung, die mit einer veränderten, sinnesorganischen Wahrnehmung und einem anderen Verständnis von Zeit und Raum verbunden ist.
- Die Begegnung mit anderen Wesen: verstorbenen Freunden, Familienmitgliedern, spirituellen Meistern usw.
- Der Eintritt in das Licht. Das Gefühl, zu einer Pforte mit prächtig strahlendem, weißen Licht gezogen zu werden, das nicht blendet und aus vollkommenem Verständnis und vollkommener Liebe zu bestehen scheint.
- Das Lebenspanorama, der berühmte Lebensfilm, in dem der Verstorbene seine eigenen Taten beurteilt und alle Probleme und karmischen Abläufe überblickt.
- Der Kreis des „Bis hierher und nicht weiter“, die noch nicht zugängliche Zone.
- Die Rückkehr in den physischen Körper und in das irdische Leben.
(3) Quanten, Quantenteilchen sind mikroskopische Teilchen von Atomen, die den von Newton entdeckten naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht unterworfen sind. So kann zum Beispiel ein Quant verschwinden und unvermittelt irgendwo anders auftauchen. Die Quanten besitzen keine eigene Wirklichkeit, sondern nur jene, welche die Forscher und die Untersuchungsapparaturen ihnen verleihen. Quantenphysik ist die Wissenschaft, die die Quanten erforscht.
Quelle: PENTAGRAMM, deutsche Ausgabe 1-2008, Herausgeber: DRP Rosenkreuz Verlag
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| Zuletzt aktualisiert: 16.04.2008, 23:16 Uhr
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