Nov 11 2006
Einsamkeit: Zeichen der Zeit
PENTAGRAMM (Sept./Okt. 2006)
Es ist ein wenig, als ob ein Mensch in einem Süßwassersee schwimmen und an Verdursten sterben würde. Inmitten virtueller und materieller Vielfalt sind viele EINSAM. Verzweifelt versuchen wir, die bleierne Leere in uns zu füllen. Jedes mal bedarf es dazu eines klein wenig höheren Reizes. Doch in Wirklichkeit ist es wie Salzwassertrinken. Man hat das Gefühl, JETZT sei man erfüllt. Nur um wenig später festzustellen, dass das Verlangen nach Nicht-Einsamkeit nur noch größer geworden ist.
Das Thema EINSAMKEIT wird auch in der neuen Ausgabe der Zeitschrift PENTAGRAMM behandelt.
„Einsamkeit der Seele und der Persönlichkeit“, ist der Artikel dazu überschrieben. Darin wird EINSAMKEIT aus einer ungewohnten Sicht betrachtet und in den Zusammenhang mit dem „Fall“ des Menschen gebracht. Einsamkeit ist demnach die Folge davon, dass wir das Ohr der Persönlichkeit nicht nach dem Ruf des Geistes richten, IHM zu folgen. Sondern es vor allem als Radar oder „Bewegungsmelder“ für die eigenen Bedürfnisse benutzen – und damit in gewisser Weise MISSBRAUCHEN.
Der Sucher auf dem Pfad hat es dabei besonders schwer. Darauf hat der Mystiker Jan van Rijckenborgh in seinen Schriften immer wieder hingewiesen. Denn je mehr er dem INNEREN PFAD folgt - oder zumindest dessen Ruf sein Ohr leiht - desto fremder fühlt er sich in der Scheinwelt der Materie. Er wird ein FREMDER.
Mit diesem FREMDSEIN alltagspraktisch umzugehen, inmitten der brodelnden materiellen Welt die Balance zwischen Identifikation und Ablehnung zu finden, ist eine dauernde Aufgabe des Suchers. Der Artikel liefert interessante Anregungen.
Weitere Themen:
Erfahrungen und Offenbarung
Wittgenstein und die Religion
Krishnamurti, Philosoph des Geistes
Gott suchen bedeutet, den Menschen übersteigen
Der Dramatiker Henrik Ibsen – Vorreiter einer neuen Zeit
Wissen oder wahre Weisheit
ANMERKUNG: PENTAGRAMM erscheint in mehreren Sprachen und ist im Abo zu beziehen. Anfragen nach Einzelheften sind beim Herausgeber möglich. Ein Abo ist auch dann möglich, wenn man NICHT Mitglied des Lectorium Rosicrucianum ist (so wie der Verfasser dieser Zeilen).
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